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Grasfressen bei Hunden: Warum Hunde Gras fressen und was dahintersteckt

  • Autorenbild: Hundeschule unterHUNDs
    Hundeschule unterHUNDs
  • 8. Sept. 2023
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Stunde

Viele Hundehalter beobachten es regelmäßig beim Spaziergang: Der Hund bleibt stehen und beginnt plötzlich, Gras zu fressen. Für viele Menschen wirkt dieses Verhalten zunächst ungewöhnlich oder sogar besorgniserregend.

Tatsächlich gehört Grasfressen jedoch zu den häufig beobachteten Verhaltensweisen bei Hunden. In den meisten Fällen ist es harmlos und Teil des normalen Verhaltensrepertoires. Dennoch können unterschiedliche Ursachen dahinterstecken – von Verdauungsprozessen über Stress bis hin zu einfachen Vorlieben.

Ein genauer Blick auf die möglichen Gründe hilft dabei, das Verhalten besser zu verstehen.

Grasfressen beim Hund – Mischling frisst Gras auf einer Wiese

Warum fressen Hunde Gras?

Es gibt nicht nur eine einzige Erklärung für das Grasfressen. Wissenschaftliche Untersuchungen und Beobachtungen zeigen, dass meist mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen.

Unterstützung der Verdauung

Gras enthält Ballaststoffe und kann den Magen-Darm-Trakt stimulieren. Manche Hunde fressen Gras, wenn sie leichte Verdauungsprobleme haben.

Gelegentlich führt das Grasfressen auch zu Erbrechen. Dabei handelt es sich häufig um einen reflektorischen Vorgang: Die rauen Pflanzenfasern reizen die Magenschleimhaut, wodurch ein Brechreflex ausgelöst werden kann.

Viele Hunde zeigen danach wieder normales Verhalten. Wichtig ist jedoch: Wenn ein Hund regelmäßig Gras frisst und anschließend erbricht, sollte dies tierärztlich abgeklärt werden, da auch Magenprobleme oder andere Erkrankungen dahinterstecken können.

Ballaststoffe und Ernährung

Gras enthält geringe Mengen an Ballaststoffen sowie Spuren von Vitaminen und Mineralstoffen. Einige Fachleute vermuten, dass Hunde instinktiv versuchen könnten, Ballaststoffe aufzunehmen, wenn ihre Nahrung nicht optimal zusammengesetzt ist.

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist dieser Faktor jedoch meist eher gering.

Stress oder Übersprungshandlung

Manche Hunde beginnen in bestimmten Situationen Gras zu fressen, wenn sie:

  • gestresst sind

  • unsicher werden

  • unterfordert sind

  • oder eine Konfliktsituation erleben

In solchen Momenten kann Grasfressen eine sogenannte Übersprungshandlung sein. Dabei zeigt der Hund ein Verhalten, das eigentlich nicht direkt zur Situation passt, aber hilft, innere Spannung abzubauen.

Geschmack oder Gewohnheit

Viele Hunde mögen einfach die Konsistenz oder den Geschmack von frischem Gras. Besonders junge Hunde erkunden ihre Umwelt intensiv mit dem Maul.

In solchen Fällen ist Grasfressen meist reines Erkundungs- oder Spielverhalten.

Ist Grasfressen gefährlich?

In kleinen Mengen ist Grasfressen für gesunde Hunde normalerweise kein Problem. Dennoch gibt es einige Risiken, auf die Hundehalter achten sollten.

Schadstoffe und Parasiten

Gras kann mit verschiedenen Stoffen belastet sein, zum Beispiel:

  • Pestizide oder Dünger

  • Parasiten oder Wurmeier

  • Schadstoffe aus der Umwelt

Besonders an Straßenrändern oder intensiv gepflegten Grünflächen sollte man Hunde deshalb möglichst nicht fressen lassen.

Giftige Pflanzen

Zwischen Gras können auch giftige Pflanzen wachsen, die für Hunde gefährlich sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Herbstzeitlose

  • Jakobskreuzkraut

  • Eibe

  • Tollkirsche

Gerade in naturnahen Wiesen oder auf unkontrollierten Flächen können solche Pflanzen vorkommen. Hundehalter sollten deshalb darauf achten, wo ihr Hund Gras frisst.

Magenverstimmungen

Wenn Hunde große Mengen Gras aufnehmen, kann dies zu:

  • Erbrechen

  • Magenreizungen

  • kurzfristigem Unwohlsein

führen.

Darmprobleme

In seltenen Fällen können lange, unverdaute Grashalme im Verdauungstrakt Probleme verursachen. Solche Fälle sind jedoch vergleichsweise selten.

Was kannst du tun, wenn dein Hund Gras frisst?

Wenn dein Hund gelegentlich Gras frisst und ansonsten gesund wirkt, besteht meist kein Grund zur Sorge. Dennoch können einige Maßnahmen sinnvoll sein.

Ernährung überprüfen

Achte auf eine hochwertige und ausgewogene Ernährung, die ausreichend Ballaststoffe enthält.

Auslastung und Beschäftigung

Manche Hunde fressen Gras aus Langeweile oder Unterforderung. Sorge deshalb für ausreichend Beschäftigung, zum Beispiel durch:

  • Training

  • Suchspiele

  • Nasenarbeit

  • abwechslungsreiche Spaziergänge

Grasaufnahme kontrollieren

Halte deinen Hund von stark behandelten Rasenflächen fern. Wenn dein Hund gerne Gras frisst, kannst du auch unbehandeltes Katzengras anbieten.

Grasfressen ruhig unterbrechen

Wenn dein Hund Gras frisst, ist es sinnvoll, ihn ruhig weiterzuführen oder seine Aufmerksamkeit umzulenken. Starke Reaktionen oder Druck können den Hund verunsichern und dazu führen, dass er das Verhalten heimlich zeigt.

Was sagen wissenschaftliche Studien?

Mehrere Untersuchungen haben sich mit dem Verhalten des Grasfressens bei Hunden beschäftigt.

Studie: „Why Do Dogs Eat Grass?“ – Animal Cognition (2013)

Eine bekannte Studie untersuchte über 1.500 Hundehalter und deren Beobachtungen. Das Ergebnis zeigte, dass Grasfressen bei gesunden Hunden sehr häufig vorkommt und meist nicht mit Krankheitssymptomen verbunden ist. Nur ein kleiner Teil der Hunde zeigte danach tatsächlich Erbrechen.

Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Grasfressen ein normales Verhalten sein kann, das möglicherweise aus der evolutionären Entwicklung von Caniden stammt.

Studie: Frontiers in Veterinary Science (2015)

Diese Untersuchung beschäftigte sich mit Stress- und Verhaltensreaktionen bei Hunden. Dabei wurde beobachtet, dass Hunde in belastenden Situationen häufiger Übersprungshandlungen zeigen können – darunter auch das Aufnehmen von Pflanzenmaterial.

Studie: Veterinary Record (2017)

Diese Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Grasfressen in den meisten Fällen harmlos ist, jedoch in Einzelfällen mit Verdauungsproblemen oder Magenreizungen verbunden sein kann.

Wann solltest du zum Tierarzt gehen?

Ein Tierarztbesuch ist sinnvoll, wenn:

  • dein Hund plötzlich sehr häufig Gras frisst

  • regelmäßig Erbrechen auftritt

  • zusätzlich Durchfall, Schmerzen oder Apathie auftreten

  • sich das Verhalten deutlich verändert

Diese Symptome können auf ein gesundheitliches Problem hinweisen.

Fazit: Grasfressen ist meist normales Verhalten

Grasfressen gehört bei vielen Hunden zum normalen Verhalten. Häufig spielen Verdauung, Neugier, Gewohnheit oder situativer Stress eine Rolle.

Solange dein Hund nur gelegentlich Gras frisst und keine weiteren Symptome zeigt, besteht meist kein Grund zur Sorge.

Wichtig ist jedoch, das Verhalten aufmerksam zu beobachten – besonders wenn es plötzlich häufiger auftritt oder mit gesundheitlichen Problemen verbunden ist.

Häufige Fragen zum Grasfressen bei Hunden




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