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Dummytraining beim Hund – Apportiertraining für Auslastung, Bindung und Kontrolle

  • Autorenbild: Hundeschule unterHUNDs
    Hundeschule unterHUNDs
  • 17. Sept. 2023
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Dummytraining – auch Apportiertraining oder Dummyarbeit genannt – ist eine vielseitige Trainingsform für Hunde. Dabei kombiniert der Hund körperliche Bewegung mit konzentrierter Nasenarbeit und geistiger Auslastung.

Ursprünglich stammt das Dummytraining aus der jagdlichen Ausbildung von Retrievern, wird heute jedoch auch in vielen Hundeschulen als sinnvolle Beschäftigung für Familienhunde eingesetzt. Durch das strukturierte Apportieren lernen Hunde nicht nur Gegenstände zu bringen, sondern auch Impulskontrolle, Kooperation und konzentriertes Arbeiten mit dem Menschen.

Richtig aufgebaut stärkt Dummytraining die Beziehung zwischen Mensch und Hund und sorgt gleichzeitig für eine artgerechte Auslastung.

Labrador Retriever beim Dummytraining – Hund apportiert Trainingsdummy auf einer Wiese während einer Apportierübung im Hundetraining


Was ist Dummytraining?

Beim Dummytraining lernt der Hund, einen Apportiergegenstand – den sogenannten Dummy – auf Signal zu suchen, aufzunehmen und kontrolliert zum Menschen zurückzubringen.

Dabei geht es nicht um unkontrolliertes Hinterherrennen oder wildes Spielen. Im Gegenteil: Dummytraining ist ein ruhiges, strukturiertes Training, das klare Signale, Konzentration und kontrollierte Bewegungen erfordert.

Typische Elemente des Trainings sind:

  • gezieltes Suchen eines ausgelegten Dummys

  • kontrolliertes Aufnehmen des Gegenstands

  • ruhiges Zurückbringen zum Halter

  • korrektes Abgeben auf Signal

Der Hund arbeitet dabei nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Das macht Dummytraining zu einer besonders effektiven Form der Beschäftigung für aktive und intelligente Hunde.

Ziele und Vorteile von Dummytraining

Dummytraining erfüllt mehrere wichtige Funktionen im Alltag mit Hund.

1 Förderung von Impulskontrolle

Der Hund lernt, nicht sofort loszustürmen, sondern auf das Startsignal des Menschen zu warten. Das stärkt Selbstkontrolle und Konzentration.

2 Stärkung der Bindung

Beim Dummytraining arbeitet der Hund eng mit seinem Menschen zusammen. Der Halter gibt Signale, bestimmt die Richtung und belohnt die Zusammenarbeit.

3 Geistige Auslastung

Das Suchen, Finden und Apportieren fordert den Hund mental. Besonders arbeitsfreudige Rassen profitieren von dieser Form der Beschäftigung.

4 Körperliche Bewegung

Apportieren sorgt für Bewegung und trainiert gleichzeitig Koordination, Muskelkraft und Ausdauer.

5 Vorbereitung für jagdliche Arbeit

Für Retriever oder jagdlich geführte Hunde ist Dummytraining eine wichtige Vorbereitung auf Prüfungen oder praktische Jagdarbeit.

Welche Hunde eignen sich für Dummytraining?

Grundsätzlich kann fast jeder Hund Dummytraining lernen.

Besonders geeignet sind:

  • Retriever (Labrador, Golden Retriever)

  • Spaniel

  • Vorstehhunde

  • aktive Mischlinge

Dummytraining ist nicht nur für Jagdhunde gedacht. Auch viele Familienhunde haben Freude daran, Gegenstände zu suchen, zu tragen und gemeinsam mit ihrem Menschen Aufgaben zu lösen.

Wichtig ist immer, das Training an Alter, Gesundheit und Temperament des Hundes anzupassen.


Welche Ausrüstung wird beim Dummytraining benötigt?

Das wichtigste Trainingsgerät ist der Dummy, ein speziell entwickelter Apportiergegenstand.

Typische Varianten sind:

Standard-Dummys (500 g oder 1000 g)Diese werden im Grundtraining verwendet.

WasserdummysSie sind schwimmfähig und eignen sich für Apportieren aus Gewässern.

Fell- oder WilddummysSie simulieren reale Jagdsituationen und werden meist im fortgeschrittenen Training eingesetzt.

Achte beim Kauf darauf, dass der Dummy:

  • stabil verarbeitet ist

  • keine scharfen Kanten besitzt

  • gut im Hundemaul liegt

  • speichelecht und robust ist

Wie läuft Dummytraining ab?

Dummytraining wird schrittweise aufgebaut, damit der Hund die Aufgabe sicher versteht.

1 Grundübungen

Zu Beginn wird im ruhigen Umfeld trainiert.

Typische Schritte sind:

  • Dummy sichtbar auslegen

  • Signal wie „Apport“ oder „Hol“ geben

  • Hund bringt den Dummy zurück

  • ruhiges Abgeben beim Halter

Hier lernt der Hund die grundlegende Aufgabe.

2 Schwierigkeitsgrad steigern

Sobald der Hund das Prinzip verstanden hat, wird das Training erweitert.

Zum Beispiel durch:

  • größere Entfernungen

  • versteckte Dummys

  • mehrere ausgelegte Dummys

  • Richtungsanweisungen durch den Halter

Der Hund muss jetzt zunehmend konzentriert arbeiten und Signale des Menschen beachten.

3 Feinarbeit im Training

Fortgeschrittene Übungen konzentrieren sich auf Details wie:

  • ruhiges Halten des Dummys

  • korrektes Vorsitzen

  • sauberes Ausgeben auf Signal

  • ruhiges Warten vor dem Start

Diese Feinheiten sorgen dafür, dass das Apportieren kontrolliert und präzise abläuft.

Lernverhalten beim Dummytraining

Dummytraining basiert auf grundlegenden Prinzipien der Lerntheorie beim Hund. Besonders wichtig sind dabei:

  • Operante Konditionierung – der Hund lernt, dass korrektes Verhalten zu einer Belohnung führt.

  • Positive Verstärkung – erwünschtes Verhalten wird durch Lob, Spiel oder Futter belohnt.

  • Schrittweiser Trainingsaufbau (Shaping) – komplexe Aufgaben werden in kleine Lernschritte unterteilt.

Diese Trainingsprinzipien werden auch in der modernen Verhaltensforschung als besonders effektiv und tiergerecht beschrieben.


Sicherheit und Gesundheit beim Dummytraining

Damit Dummytraining langfristig gesund bleibt, sollten einige Punkte beachtet werden.

  • Trainiere auf gelenkschonendem Untergrund

  • vermeide rutschige Böden

  • lege ausreichend Pausen ein

  • überfordere deinen Hund nicht

  • beobachte Körpersignale wie Müdigkeit oder Überhitzung

Besonders bei jungen oder älteren Hunden sollte die Trainingsintensität angepasst werden.

Motivation im Dummytraining

Dummytraining funktioniert am besten über positive Verstärkung.

Geeignete Belohnungen sind zum Beispiel:

  • freundliches Lob

  • kleine Futterbelohnungen

  • kurze Spielpausen

  • körperliche Zuwendung

Druck oder Strafen wirken im Dummytraining meist kontraproduktiv. Sie können dazu führen, dass der Hund das Apportieren mit Stress oder Unsicherheit verbindet.

Dummytraining als Beschäftigung für Familienhunde

Auch ohne jagdliche Ambitionen kann Dummytraining eine wertvolle Aktivität sein.

Es eignet sich besonders für:

  • aktive Hundehalter

  • Familien mit bewegungsfreudigen Hunden

  • Trainingsgruppen in Hundeschulen

  • strukturierte Beschäftigung im Alltag

Viele Hunde genießen diese Aufgabe, weil sie ihre natürlichen Fähigkeiten kontrolliert einsetzen können.



Dummytraining und verwandte Trainingsformen

Dummytraining gehört zu den sogenannten Apportierarbeiten und wird häufig in der Ausbildung von Retrievern eingesetzt. In vielen Hundeschulen wird es heute auch als Bestandteil moderner Nasenarbeit und Beschäftigungstraining genutzt.

Verwandte Trainingsformen sind zum Beispiel:

  • Apportiertraining

  • Nasenarbeit für Hunde

  • Mantrailing

  • Fährtenarbeit

  • Zielobjektsuche

  • Beschäftigungstraining für Hunde

Alle diese Trainingsformen fördern die geistige Auslastung, Konzentration und Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund.



Fazit: Dummytraining verbindet Bewegung und Denksport

Dummytraining ist eine abwechslungsreiche Trainingsform, die körperliche Bewegung, geistige Auslastung und Zusammenarbeit vereint.

Richtig aufgebaut hilft es Hunden,

  • ihre Impulse besser zu kontrollieren

  • konzentriert mit dem Menschen zu arbeiten

  • ihre natürlichen Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen.

Mit Geduld, klarer Kommunikation und positiver Motivation kann Dummytraining zu einer festen und bereichernden Routine im Alltag mit Hund werden. ➡️ Mehr Infos und Termine findest du hier:



Häufige Fragen zum Dummytraining beim Hund



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