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Hund-Mensch-Kommunikation

In diesem Abschnitt betrachten wir die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen, die trotz der unterschiedlichen Spezies erstaunlich gut funktioniert. Zunächst werfen wir einen Blick auf die Kommunikation innerhalb der Hundeart und die grundlegenden Prinzipien dieser Kommunikation.


Grundlagen der Kommunikation

  • Kommunikation: Hierbei handelt es sich um den Prozess der Informationsübertragung von einem Sender auf einen Empfänger, der daraufhin durch Verhalten oder physiologische Veränderungen reagiert (Kappeler, 2012).

  • Ritualisierung: Dieser Prozess modifiziert Verhalten, das regelmäßig in bestimmten Situationen auftritt, und verleiht ihm eine klare Signalwirkung. Zum Beispiel wird ein aufgerissenes Maul bei Füchsen zu einer ritualisierten Drohgebärde (Feddersen-Petersen, 2008).

  • Bedeutung der Kommunikation: Kommunikation ist für sozial lebende Tiere von entscheidender Bedeutung und erfordert das Senden, Empfangen und Verstehen von Signalen mit klarer Bedeutung.

  • Ausdrucksverhalten: Dies umfasst Verhaltensweisen, die Stimmungen, Gefühle und Absichten darstellen und über verschiedene Sinneskanäle übertragen werden (Feddersen-Petersen, 2008).

Kommunikation zwischen Hunden und Menschen

  • Domestizierung des Hundes: Der Domestizierungsprozess hat dazu geführt, dass Hunde genetisch bedingte Kommunikationsfähigkeiten mit Menschen entwickelt haben und ein bemerkenswertes Verständnis für menschliches Verhalten zeigen (Pongraz, 2003; Miklosi, 2011).

  • Kommunikationsfähigkeiten und Bindungsbereitschaft: Hunde haben ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten und bilden leicht Bindungen zu Menschen. Dies schafft eine gute Grundlage für die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen.

  • Rolle der Sozialisierung: Eine intensive Sozialisierung des Hundes auf den Menschen und die Fähigkeit des Menschen, das Ausdrucksverhalten des Hundes zu verstehen, sind entscheidend für eine erfolgreiche Kommunikation (Feddersen-Petersen, 2008; Udell, 2010).

  • Gemeinsame Kommunikation: Studien zeigen, dass Hunde mit Menschen ähnlich kommunizieren wie mit Artgenossen, indem sie ihr arttypisches Ausdrucksverhalten nutzen (Feddersen-Petersen, 2004).

  • Einzigartige Verhaltensweisen: Hunde zeigen jedoch auch einzigartige Verhaltensweisen gegenüber Menschen, wie das "Lächeln" und ein ausgeprägtes Bellen (Feddersen-Petersen, 2008; Zimen, 2010).

  • Menschliche Zeigegesten: Hunde können verschiedene menschliche Zeigegesten verstehen und darauf reagieren, insbesondere bei der Suche nach Futter (Hare, 1999; Miklosi, 2006; Viranyi, 2006; Topál, 2009).

  • Kommunikationsinitiierung: Hunde initiieren die Kommunikation mit Menschen oft, indem sie die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen, beispielsweise durch Blickkontakt. Sie können auch erkennen, wenn sie die Aufmerksamkeit des Menschen gewonnen haben.

  • Soziale Bindung: Die Beziehung zwischen Hund und Mensch weist oft Charakteristika einer sozialen Bindung auf, und Hunde sind von Natur aus bereit, starke Bindungen zu Menschen aufzubauen (Prato-Previde, 2003; Topál, 2005).

  • Prävention von Kommunikationsproblemen: Das Verständnis der Bedürfnisse, des Lernverhaltens und des Ausdrucksverhaltens des eigenen Hundes ist entscheidend, um Kommunikationsprobleme zu vermeiden.

  • Vermenschlichung: Die Vermenschlichung von Hunden kann zu Missverständnissen führen und sollte vermieden werden, um grundlegende Bedürfnisse der Hunde wahrzunehmen.

  • Hundesprache: Hunde drücken ihre Stimmung durch ihr Ausdrucksverhalten aus, und das Verstehen ihrer Körpersprache ist entscheidend, um Verletzungen durch Hundebisse zu vermeiden.

  • Wichtigkeit der Sozialisation: Eine umfassende Sozialisierung des Hundes in den ersten 14 Lebenswochen ist entscheidend für seine spätere Kommunikations- und Bindungsfähigkeit.

  • Nonverbale Kommunikation: Während Menschen oft die verbale Kommunikation bevorzugen, sind Hunde empfindlicher für nonverbale Kommunikation. Subtile Veränderungen in der Körpersprache, Mimik, Tonlage und Geruch werden von Hunden wahrgenommen und interpretiert.

Die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen ist faszinierend und komplex. Trotz der Unterschiede zwischen den Spezies gibt es erstaunliche Anpassungen, die es Hunden ermöglichen, effektiv mit Menschen zu kommunizieren.

Die Grundlagen der Kommunikation sind universell und beinhalten das Senden und Empfangen von Signalen, um Verhalten oder physiologische Reaktionen auszulösen. Ritualisierung spielt eine entscheidende Rolle, da sie die Entwicklung von Signalen zur Kommunikation innerhalb der Art ermöglicht.


Die Domestizierung des Hundes hat zu genetischen Anpassungen geführt, die ihre Kommunikationsfähigkeiten mit Menschen verbessert haben. Diese Fähigkeiten, kombiniert mit der Bereitschaft, starke Bindungen zu Menschen aufzubauen, schaffen eine solide Grundlage für die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen.


Hunde nutzen sowohl arttypisches Ausdrucksverhalten als auch einzigartige Verhaltensweisen, wie das "Lächeln" und ausgeprägtes Bellen, um mit Menschen zu kommunizieren. Sie sind auch in der Lage, menschliche Zeigegesten zu verstehen und darauf zu reagieren.


Es ist wichtig, Kommunikationsprobleme zwischen Mensch und Hund zu vermeiden. Dies erfordert ein Verständnis der Bedürfnisse, des Lernverhaltens und des Ausdrucksverhaltens des eigenen Hundes. Gleichzeitig sollte die Vermenschlichung von Hunden vermieden werden, um deren grundlegende Bedürfnisse wahrzunehmen.


Eine intensive Sozialisation des Hundes in den ersten Lebenswochen sowie die Fokussierung auf nonverbale Kommunikation bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Hund-Mensch-Beziehung. Insgesamt zeigt die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen die Fähigkeit beider Spezies zur Anpassung und Zusammenarbeit in einer einzigartigen Beziehung.

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