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Scheinträchtigkeit bei Hunden: Ein Leitfaden für Hundebesitzer

Scheinträchtigkeit, auch Pseudogravidität oder Scheinschwangerschaft genannt, ist ein physiologischer Zustand, der bei nicht trächtigen Hündinnen auftreten kann. In diesem Bericht werden die Ursachen, Symptome und der Umgang mit Scheinträchtigkeit umfassend beleuchtet, um Hundebesitzern ein besseres Verständnis für dieses Phänomen zu vermitteln.


Ursachen


Die primäre Ursache für Scheinträchtigkeit sind hormonelle Veränderungen, die nach der Läufigkeit auftreten. Nach der Ovulation bereitet sich der Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Bei ausbleibender Befruchtung kommt es zu einem Abfall des Progesteronspiegels und einem Anstieg des Prolaktinspiegels, was Scheinträchtigkeitsanzeichen auslösen kann.

Progesteron ist ein Hormon, das die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet. Prolaktin ist ein Hormon, das die Milchproduktion stimuliert.


Symptome


Die Symptome einer Scheinschwangerschaft können sich sowohl körperlich als auch psychisch äußern.


Zu den körperlichen Symptomen gehören:

  • Nestbauverhalten: Hündinnen bauen oft Nester für vermeintliche Welpen, indem sie Decken arrangieren oder ein gemütliches Bettchen schaffen.

  • Brustschwellung und Milchproduktion: Die Brüste schwellen an, und es kann zur Milchproduktion kommen, selbst wenn keine Schwangerschaft vorliegt.

  • Gewichtszunahme: Durch Wasseransammlung oder gesteigerte Nahrungsaufnahme kann es zu einer vorübergehenden Gewichtszunahme kommen.

Zu den psychischen Symptomen gehören:

  • Verändertes Verhalten: Einige Hündinnen zeigen vermehrte Fürsorglichkeit gegenüber Spielzeugen oder anderen Gegenständen und können sich ängstlicher oder anhänglicher verhalten.

  • Appetitveränderungen: Es kann zu Veränderungen im Appetit kommen, mit vermehrtem oder verringertem Fressverhalten.

  • Abgeschlagenheit und Reizbarkeit: Einige Hündinnen zeigen Anzeichen von Müdigkeit oder Reizbarkeit.


Umgang mit Scheinträchtigkeit

In den meisten Fällen ist keine Behandlung notwendig. Die Scheinträchtigkeit vergeht von selbst nach einigen Wochen. In einigen Fällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen, wie z. B. einem Milchstau oder einer Gesäugeentzündung. In diesen Fällen kann eine Behandlung durch einen Tierarzt erforderlich sein.

  • Tierärztliche Überwachung: Bei Anzeichen von Scheinträchtigkeit ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, um andere mögliche gesundheitliche Probleme auszuschließen und das Wohlbefinden der Hündin sicherzustellen.

  • Bereitstellung eines sicheren Ortes: Ein ruhiger und geschützter Ort sollte der Hündin angeboten werden, um ihre vermeintlichen Welpen zu pflegen.

  • Appetitanreize: Schmackhafte Leckerlis oder leicht verdauliche Mahlzeiten können angeboten werden, um den Appetit zu stimulieren.

  • Vermeidung von Milchexpression: Um mögliche Entzündungen der Milchdrüsen zu verhindern, sollte die Milchproduktion nicht gefördert werden.

  • Zusätzliche Bewegung und Ablenkung: Regelmäßige Spaziergänge und spielerische Aktivitäten können helfen, die Hündin von ihrer Scheinträchtigkeit abzulenken.


Scheinträchtigkeit ist in der Regel ein vorübergehender Zustand, der von selbst abklingt. Während dieser Phase ist es wichtig, die Hündin aufmerksam zu beobachten und bei Bedarf tierärztlichen Rat einzuholen. Mit liebevoller Betreuung und der richtigen Aufmerksamkeit können Hundebesitzer dazu beitragen, dass deine Hündin diese Zeit so stressfrei wie möglich durchläuft.

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