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Was tun bei einem Fund von Giftködern?

  • Autorenbild: Hundeschule unterHUNDs
    Hundeschule unterHUNDs
  • 29. Aug. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. März

Die Angst vor Giftködern begleitet viele Hundehalter – und leider nicht ohne Grund. Immer wieder werden bewusst präparierte Köder mit Rasierklingen, Schneckenkorn, Rattengift, Glasscherben oder anderen gefährlichen Substanzen ausgelegt. Ziel ist es, Tiere gezielt zu verletzen oder zu töten.

Wer einen verdächtigen Köder entdeckt, sollte ruhig, aber schnell und überlegt handeln. Der richtige Umgang kann entscheidend sein, um weitere Tiere zu schützen und mögliche Straftaten aufzuklären.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du dich bei einem Giftköderfund richtig verhältst, wie du andere warnen kannst und welche Maßnahmen deinen Hund im Alltag schützen.

Verdächtiger Giftköder mit blauen Giftpellets wird mit Handschuhen in eine Plastiktüte gesichert, während ein Hund im Hintergrund auf einem Waldweg wartet.

Richtiges Verhalten bei einem Giftköderfund

1. Abstand halten und Köder nicht direkt berühren

Wenn du einen verdächtigen Gegenstand entdeckst, halte zunächst Abstand und verhindere, dass dein Hund oder andere Tiere daran gelangen.

⚠️ Berühre den Köder niemals mit bloßen Händen. Viele Giftstoffe können über Hautkontakt aufgenommen werden oder später an Kleidung und Händen haften bleiben.

2. Köder möglichst sicher sichern

Falls es gefahrlos möglich ist, kannst du den Köder sichern, damit kein Tier ihn frisst.

Nutze dafür:

  • Einweghandschuhe

  • eine reißfeste Plastiktüte oder ein Schraubglas

  • ein dicht verschließbares Behältnis

Verpacke den Köder so, dass keine Partikel austreten können.

➡️ Wenn du unsicher bist, überlasse das Einsammeln lieber Polizei oder Ordnungsamt.

3. Polizei informieren

Melde den Fund umgehend bei der Polizei. Das Auslegen von Giftködern kann eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz darstellen.

Die Polizei kann:

  • den Fundort sichern

  • Beweise aufnehmen

  • Spurensicherung durchführen

  • weitere Behörden informieren

Je schneller eine Meldung erfolgt, desto größer ist die Chance, weitere Tiere zu schützen.

4. Andere Tierhalter warnen

Informiere möglichst schnell andere Hundehalter in der Umgebung.

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • Aushänge am Fundort

  • lokale WhatsApp-Gruppen

  • Social-Media-Beiträge

  • Meldungen in Hundeschulen oder Tierarztpraxen

Eine aufmerksame Nachbarschaft kann helfen, weitere Vergiftungen zu verhindern.

Schutzmaßnahmen im Alltag

1. Gefahrenstellen erkennen

Giftköder werden häufig an Orten ausgelegt, an denen viele Hunde unterwegs sind.

Typische Fundorte sind:

  • Gebüsche und Hecken

  • Wegränder

  • Hundewiesen

  • Parkanlagen

  • beliebte Spazierwege

Achte besonders auf Wurststücke, Fleischbällchen, Brot oder ungewöhnliche Futterreste, die offensichtlich absichtlich platziert wurden.

2. Hund in Verdachtsgebieten anleinen

Wenn in deiner Region Giftköder gemeldet wurden, solltest du deinen Hund grundsätzlich an der Leine führen.

So kannst du:

  • Schnüffeln kontrollieren

  • schneller eingreifen

  • das Aufnehmen von Futter verhindern

3. Anti-Giftköder-Training

Ein gutes Training kann im Ernstfall Leben retten.

Wichtige Trainingsziele sind:

  • Der Hund frisst nichts vom Boden

  • Ein zuverlässiges Abbruchsignal („Aus“ oder „Nein“)

  • Der Hund gibt aufgenommene Gegenstände sofort wieder frei


Solches Training sollte schrittweise aufgebaut werden und regelmäßig geübt werden.

Was tun, wenn dein Hund einen Köder gefressen hat?

1. Ruhe bewahren – sofort handeln

Wenn dein Hund einen verdächtigen Köder aufgenommen hat, solltest du sofort zum Tierarzt oder in eine Tierklinik fahren.

⚠️ Verzichte auf Hausmittel.Das eigenständige Auslösen von Erbrechen oder die Gabe von Kohletabletten kann ohne Diagnose sogar gefährlich sein.

2. Typische Symptome einer Vergiftung

Je nach Giftstoff können verschiedene Symptome auftreten.

Häufige Anzeichen sind:

  • Erbrechen oder Durchfall

  • starker Speichelfluss

  • starkes Hecheln

  • Zittern oder Krampfanfälle

  • Apathie oder starke Unruhe

  • blasses Zahnfleisch

  • Blut im Urin oder Kot

  • Kreislaufprobleme

⚠️ Bereits bei einem dieser Symptome solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Dokumentation und weitere Meldestellen

1. Fund fotografieren

Wenn es gefahrlos möglich ist, mache ein Foto des Köders oder des Fundortes.

Das kann helfen bei:

  • Polizeiermittlungen

  • Identifizierung des Giftstoffs

  • Warnungen für andere Tierhalter

2. Weitere Stellen informieren

Neben der Polizei können auch folgende Stellen informiert werden:


  • Ordnungsamt

  • örtliche Tierärzte

  • Tierschutzvereine

  • Online-Warnsysteme (z. B. GiftköderRadar)

So können Warnungen schnell verbreitet werden.

Fazit: Aufmerksamkeit schützt deinen Hund

Giftköder sind eine reale Gefahr für Hunde und andere Tiere. Doch durch Aufmerksamkeit, Training und verantwortungsvolles Verhalten können viele Risiken reduziert werden.

Behalte deine Umgebung im Blick, informiere andere Hundehalter und handle im Ernstfall schnell und strukturiert.

Denn oft gilt:

Wachsamkeit kann Leben retten.

Häufige Fragen zu Giftködern bei Hunden


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