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Darf der Hund im Bett schlafen? Was Studien zu Schlaf, Hygiene und Rangordnung zeigen
Viele Hunde schlafen im Bett ihrer Menschen. Was Studien zu Schlafqualität, Hygiene und dem Rangordnungsmythos zeigen und wann der Hund im Bett gut passt und wann eher nicht.
Michael Sauerwein
Kurz zusammengefasst
Ob der Hund im Bett schlafen darf, ist eine der häufigsten Alltagsfragen. Die Studienlage ist überschaubar, erlaubt aber ein paar klare Aussagen. Erstens: Der Hund im Bett ist weit verbreitet; in einer großen australischen Befragung schlief fast jeder zweite Hund im Bett seiner Menschen. Zweitens: Gemessen schlafen Menschen mit Hund auf dem Bett etwas weniger effizient als mit Hund im Raum, der Unterschied ist aber eher mild, und in Befragungen erleben viele den Hund im Bett nicht als Störung. Drittens: Die Vorstellung, ein Hund im Bett wolle die Rangordnung übernehmen, hält der Forschung nicht stand. Viertens: Gesundheitliche Risiken durch Krankheitserreger sind selten, aber dokumentiert, und für kleine Kinder und Menschen mit geschwächter Abwehr gelten strengere Regeln.
Dieser Beitrag zeigt, was Messungen und Befragungen sagen, wie Hunde selbst schlafen, worauf du bei Hygiene und Kindern achtest und wie du deinem Hund beibringst, auf Einladung ins Bett zu kommen und auf ein Signal wieder herunterzugehen.
1. Wie verbreitet ist der Hund im Bett?
In einer Befragung von 1.136 Hundehaltern in Australien gaben 49 Prozent an, mit ihrem Hund im Bett zu schlafen. Bei weiteren 20 Prozent schlief der Hund im Schlafzimmer, aber nicht im Bett, und bei 31 Prozent außerhalb des Schlafzimmers (Hoffman et al., 2021). Wer älter war, ein größeres Bett, einen kleineren Hund oder keinen menschlichen Bettpartner hatte, teilte das Bett eher mit dem Hund.
In einer Online-Befragung von 962 Frauen in den USA teilten 55 Prozent ihr Bett mit mindestens einem Hund und 31 Prozent mit mindestens einer Katze (Hoffman et al., 2018).
Auch die Hunde selbst suchen die Nähe. In einer großen britischen Langzeitstudie beschrieben Halter das Schlafverhalten ihrer Hunde mit 16 Wochen (2.332 Hunde) und mit zwölf Monaten (1.091 Hunde). Von den Hunden, die nachts Zugang zu Menschen hatten, schliefen in beiden Altersstufen fast 87 Prozent in deren Nähe (Kinsman et al., 2020). Das sind Halterangaben, keine Messungen.
2. Schläfst du schlechter, wenn der Hund im Bett liegt?
2.1 Was Messungen zeigen
Patel et al. (2017) haben 40 gesunde Erwachsene ohne Schlafstörung, überwiegend Frauen, und ihre Hunde sieben Nächte lang mit Bewegungssensoren ausgestattet. Im Schnitt lag die Schlafeffizienz der Menschen bei 81 Prozent. Lag der Hund auf dem Bett, war sie aber niedriger als wenn er nur im Zimmer schlief. Die Autoren schließen daraus, dass ein Hund im Schlafzimmer den Schlaf nicht unbedingt stört, der Platz auf oder neben dem Bett aber einen Unterschied macht.
Smith et al. (2018) haben fünf Frauen in Australien und ihre Hunde, die im selben Bett schliefen, sieben Nächte lang ebenso beobachtet. Die Hunde waren etwa ein Fünftel der Nacht aktiv, und währenddessen waren die Frauen deutlich häufiger wach als in den Ruhephasen des Hundes. Die Autoren sprechen von messbaren, aber eher milden Einbußen der Schlafqualität, die gegen die Vorteile des gemeinsamen Schlafens abgewogen werden müssten.
2.2 Was Befragungen zeigen
In einer Auswertung der australischen Sealy Sleep Census mit über 10.000 Teilnehmenden schliefen zehn Prozent gemeinsam mit einem Haustier. Im Vergleich mit Menschen gleichen Alters und Geschlechts ohne Tier brauchten sie länger zum Einschlafen und wachten häufiger müde auf. Bei der gesamten Schlafdauer und der Müdigkeit am Tag gab es aber keinen Unterschied (Smith et al., 2014). Diese Befragung betraf Haustiere allgemein, nicht nur Hunde.
In der Befragung der Frauen aus den USA fand sich kein deutlicher Zusammenhang zwischen Haustieren oder dem gemeinsamen Bett und der Schlafqualität, gemessen mit einem gängigen Fragebogen. Hunde im Bett wurden als weniger störend erlebt als menschliche Bettpartner und gingen mit einem stärkeren Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit einher (Hoffman et al., 2018).
In der großen australischen Befragung von 2021 hing es nicht mit der selbst eingeschätzten Schlafqualität zusammen, ob der Hund im Bett schlief. Halter, deren Hund woanders schlief, gaben sogar häufiger an, oft müde aufzuwachen (Hoffman et al., 2021). Unter 74 Tierhaltern, die ein Schlafzentrum in den USA aufsuchten, ließ mehr als die Hälfte die Tiere im Schlafzimmer schlafen; 20 Prozent beschrieben ihre Tiere als störend, 41 Prozent als unauffällig oder sogar hilfreich für den Schlaf (Krahn et al., 2015).
2.3 Gemessen und gefühlt ist nicht dasselbe
Die Messstudien finden leichte Störungen, die Befragungen oft keine. Das widerspricht sich nicht unbedingt. Smith et al. (2018) beschreiben genau diese Lücke zwischen Messung und eigener Einschätzung: Kurze Aufwachmomente, an die man sich morgens nicht erinnert, tauchen in der Messung auf, im Gefühl aber nicht. Umgekehrt kann Nähe für viele Menschen mehr wert sein als ein paar Prozent Schlafeffizienz.
Wenn du gut schläfst, gibt es aus Sicht dieser Studien keinen zwingenden Grund, den Hund aus dem Bett zu holen. Wenn du schlecht schläfst, ist der Hund ein Faktor, den du prüfen kannst. Das Ergebnis von Patel et al. (2017) legt einen einfachen Kompromiss nahe: Hund im Schlafzimmer, aber auf einem eigenen Platz neben dem Bett.
3. Wie schläft eigentlich der Hund?
Hundeschlaf ist gut untersucht. Eine Übersichtsarbeit fasst zusammen, dass Hunde alle Kriterien von Schlaf erfüllen, einen Tag-Nacht-Rhythmus und wiederkehrende Schlafzyklen haben und dass ihr Schlaf durch soziale Umgebung und Umwelt geprägt wird. Auch beim Hund hängt Schlaf mit Gedächtnisleistung zusammen (Bódizs et al., 2020).
👉 Hundeschlaf: Wie viel ist genug?
Baranyai et al. (2025) haben neun Familienhunde in einer fremden Umgebung zweimal beim Schlafen gemessen, einmal in Anwesenheit ihres Halters und einmal mit einer freundlichen, aber fremden Person. War der Halter da, schliefen die Hunde schneller ein, schliefen effizienter und verbrachten mehr Zeit im Non-REM-Schlaf. Das betrifft eine ungewohnte Umgebung, nicht das Bett zu Hause, und die Stichprobe ist sehr klein.
Auch was vor dem Schlaf passiert, zählt: Nach einer unangenehmen sozialen Erfahrung schliefen Familienhunde schneller ein, und ihre Schlafphasen verteilten sich anders als nach Streicheln und Spiel (Kis et al., 2017). Über den besten Schlafplatz sagt das nichts, es spricht aber für ein ruhiges Zubettgehen ohne Streit.
Aus der Praxis: Manche Hunde genießen das Bett, andere werden dort unruhig und ziehen nachts von selbst auf den Boden um. Beobachte, wo dein Hund freiwillig liegen bleibt, wenn er die Wahl hat.
4. Rangordnung, Liegeplatz und Trennung
4.1 Will der Hund im Bett die Rangordnung übernehmen?
Lange galt die Regel, ein Hund dürfe nicht höher liegen als sein Mensch, weil er sonst „dominant“ werde. Bradshaw et al. (2009) haben die Forschung dazu kritisch ausgewertet. Ihr Punkt ist nicht, dass es zwischen Hunden niemals Dominanzbeziehungen gibt, sondern dass „Dominanz“ kein stabiles Persönlichkeitsmerkmal ist und sich nicht eignet, Alltags- oder Problemverhalten gegenüber Menschen pauschal zu erklären. Ein Hund springt sehr wahrscheinlich aufs Bett, weil es dort weich, warm und nah an seinen Menschen ist.
👉 Dominanztheorie beim Hund: Warum „der will mich dominieren“ ein Irrtum ist
4.2 Wenn der Hund das Bett verteidigt
Etwas anderes ist es, wenn ein Hund knurrt, erstarrt oder schnappt, sobald sich jemand dem Bett nähert, sich hinlegen will oder ihn herunterschicken möchte. Das ist kein Rangproblem, sondern eine Form der Ressourcenverteidigung: Der Hund verteidigt etwas, das für ihn wertvoll ist, hier den Liegeplatz. Zum Verteidigen von Liegeplätzen gibt es deutlich weniger spezifische Forschung als zu Futter oder Gegenständen. Die Einordnung als Ressourcenverteidigung ist deshalb vor allem verhaltensbiologisch und klinisch plausibel, nicht durch eine große eigene Bett-Studienlage abgesichert.
Aus der Praxis: Verteidigt dein Hund das Bett, ist es vorerst kein Schlafplatz für ihn. Schließ das Schlafzimmer, damit die Situation gar nicht erst entsteht, und hol dir fachliche Unterstützung. Ein Knurren ist eine wichtige Warnung, die du ernst nehmen und nicht bestrafen solltest.
👉 Ressourcenverteidigung beim Hund
4.3 Macht das Bett den Hund unselbstständig?
Eine verbreitete Sorge ist, dass ein Hund, der bei seinen Menschen schläft, nicht mehr allein bleiben kann. Eine kontrollierte Studie, die prüft, ob gemeinsames Schlafen Trennungsprobleme verursacht, gibt es nicht. Es gibt eine ältere rückblickende Befragung zu 737 Hunden, in der Hunde, die in der Nähe ihrer Halter schliefen, häufiger trennungsbezogene Probleme und konkurrenzbezogene Aggression zeigten (Jagoe & Serpell, 1996). Das ist ein Zusammenhang, und die Richtung ist offen. Vielleicht darf ein Hund mit Trennungsstress gerade deshalb nah bei seinen Menschen schlafen, weil er sonst leidet; dann wäre der Schlafplatz Folge, nicht Ursache.
Aus der Praxis: Allein bleiben lernt dein Hund tagsüber mit einem eigenen, schrittweisen Training, nicht über den Schlafplatz in der Nacht.
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5. Hygiene und Gesundheit
5.1 Krankheitserreger im Bett
Chomel und Sun (2011) haben in einer Übersichtsarbeit, überwiegend auf Grundlage von Fallberichten, Krankheitsübertragungen durch gemeinsames Schlafen, Küssen oder Abschlecken zusammengetragen. Beschrieben sind unter anderem Infektionen mit Bakterien aus dem Hundemaul nach Abschlecken, wiederkehrende Infektionen mit resistenten Staphylokokken bei einem Paar, dessen Hund im Bett schlief und ihnen das Gesicht leckte, und Flöhe, die über den Hund ins Bett gelangen können.
Die Autoren betonen, dass solche Infektionen selten, aber dokumentiert sind. Bei sehr engem Kontakt raten sie zu besonderer Vorsicht bei kleinen Kindern, immungeschwächten Menschen und offenen Wunden. Abgeleckte offene Hautstellen sollten gereinigt werden, und ein wirksamer Schutz gegen Flöhe und Zecken sowie regelmäßige tierärztliche Betreuung sind wichtig. Die Parasitenkontrolle sollte zu Alter, Lebensweise, Reisen und Fütterung passen; ein pauschales Entwurmungsschema lässt sich aus dieser Übersichtsarbeit nicht ableiten (Chomel & Sun, 2011).
Aus der Praxis: Schläft dein Hund im Bett, gehören ein zu seinem Risiko passender Parasiten- und Zeckenschutz und regelmäßig gewaschene Bettwäsche dazu. Such ihn in der Zeckensaison ab, bevor er ins Bett kommt.
5.2 Allergien und Asthma
Aus der Praxis: Wer auf Hunde allergisch reagiert oder Asthma hat, liegt im Bett stundenlang nah an Haaren und Hautschuppen. Das Schlafzimmer ist dann oft der erste Raum, der hundefrei bleiben sollte. Klär das mit deiner Arztpraxis.
6. Kinder und der Hund im Bett
Kinder kommen doppelt ins Spiel: als Menschen, die mit dem Hund im Bett schlafen möchten, und als Menschen, die einem schlafenden Hund zu nahe kommen.
In einer Untersuchung aus Tierarztpraxen in Kingston auf Jamaika und in San Francisco ging das Schlafen im Schlafzimmer eines Familienmitglieds nur in Kingston mit einem höheren Risiko für Bisse außerhalb des Spiels einher, in San Francisco nicht (Messam et al., 2008). Das spricht gegen eine einfache ursächliche Deutung: Dass der Schlafplatz selbst Bisse verursacht, wurde nicht gezeigt, und das Umfeld oder andere Unterschiede zwischen den Populationen können eine Rolle spielen.
Aus der Praxis: Ein schlafender Hund, über den sich ein Kind beugt, ist eine typische heikle Situation. Leben kleine Kinder im Haushalt, braucht der Hund einen Schlafplatz, an den das Kind nicht herankommt, und das Kinderbett ist kein Platz für den Hund.
7. Wann der Hund im Bett gut passt und wann eher nicht
Aus der Praxis: Ob der Hund im Bett schlafen darf, ist keine Frage von richtig oder falsch, sondern von Umständen.
- Gut passt es meist, wenn du gut schläfst, dein Hund ruhig liegt, auf ein Signal herunterkommt und keinen Ärger macht, wenn sich jemand bewegt oder dazulegt, und wenn Parasitenschutz und Hygiene stimmen.
- Eher nicht, wenn dein Hund das Bett oder die Nähe zu einer Person verteidigt. Dann ist zuerst Training dran, und das Bett bleibt so lange tabu.
- Eher nicht bei Welpen in der Stubenreinheitsphase. Ein Platz neben dem Bett ist besser, damit du sein Unruhigwerden bemerkst und mit ihm rausgehen kannst, bevor er herunterspringt und sich im Raum löst.
- Mit Rampe oder Treppe bei älteren oder kleinen Hunden und bei Hunden mit Gelenk- oder Rückenproblemen. Will ein Hund plötzlich nicht mehr aufs Bett springen, kann er Schmerzen haben.
- Eher nicht bei kleinen Kindern im Bett und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
- Eher nicht bei Allergie oder Asthma, wenn ärztlich nichts anderes besprochen ist.
- Eher nicht, wenn du schlecht schläfst. Dann lohnt ein Versuch mit einem eigenen Platz neben dem Bett.
8. Einladung statt Selbstbedienung: Das Training
Aus der Praxis: Ob dein Hund ins Bett darf, entscheidest du. Das hat nichts mit Rangordnung zu tun, sondern mit klaren Absprachen. Bewährt hat sich ein einfaches System: Der Hund kommt auf Einladung hoch, geht auf ein Signal wieder herunter und hat einen eigenen, attraktiven Platz, auf dem er genauso gern liegt.
8.1 Ein eigener Platz, der sich lohnt
Aus der Praxis: Leg eine Decke oder ein Hundebett neben dein Bett, belohne deinen Hund ruhig, wenn er sich dort hinlegt, und lass ihn dort in Ruhe. Ein Platz, an dem er nie gestört wird, ist für viele Hunde genauso wertvoll wie das Bett.
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8.2 Ein Signal für „Runter“
Aus der Praxis: Übe „Runter“ zuerst tagsüber, etwa auf dem Sofa. Sag das Signal einmal, lock deinen Hund auf den Boden und belohne ihn dort, am besten auf seinem Platz. Nach einigen Wiederholungen reicht das Signal. Herunterkommen muss sich lohnen; bedeutet „Runter“ jedes Mal nur das Ende von etwas Schönem, wird dein Hund zögerlicher.
8.3 Eine Einladung für „Hoch“
Aus der Praxis: Darf dein Hund ins Bett, lädst du ihn ein, etwa mit einem Klopfen auf die Matratze. Kommt er ungefragt hoch, schickst du ihn freundlich herunter und lädst ihn kurz darauf ein. Regeln wie „nur am Fußende“ klappen gut, solange alle im Haushalt sie gleich handhaben.
8.4 Auch der Hund darf Nein sagen
Aus der Praxis: Absprachen gelten in beide Richtungen. Geht dein Hund nachts vom Bett herunter oder dreht sich weg, wenn du dich an ihn kuschelst, ist das eine Antwort. Lass ihm Platz und zieh ihn nicht zu dir, wenn er sich entfernt.
8.5 Was du besser lässt
Mit Schimpfen oder Schubsen kann man einen Hund vom Bett vertreiben, und im Moment funktioniert das oft. Die Frage ist, was er dabei lernt und um welchen Preis. Erlebt er, dass eine Hand oder ein Mensch, der sich über ihn beugt, auf dem Bett Ärger bedeutet, kann er beginnen, diese Annäherung abzuwehren. Ruhige, belohnte Signale und eine Schlafzimmertür, die bei Bedarf zu bleibt, sind der sicherere Weg.
9. Zur Reichweite
Zum Schlaf von Menschen mit Hund im Bett gibt es nur wenige Studien. Die Messstudien sind klein: 40 gesunde Erwachsene, überwiegend Frauen, aus einem Schlafzentrum in den USA (Patel et al., 2017) und fünf Frauen in Australien (Smith et al., 2018). Beide nutzten Bewegungssensoren, keine Schlaflabormessung. Die Befragungen sind größer, beruhen aber auf Selbstauskunft und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen; eine umfasste nur Frauen aus den USA (Hoffman et al., 2018), zwei stammen aus Australien (Smith et al., 2014; Hoffman et al., 2021), eine betraf Patienten eines Schlafzentrums (Krahn et al., 2015), und teils wurden Haustiere allgemein erfasst.
Die Studien zum Hundeschlaf (Bódizs et al., 2020; Kis et al., 2017) sind nicht für die Bettfrage angelegt; die Studie zur Anwesenheit des Halters umfasste neun Hunde in fremder Umgebung (Baranyai et al., 2025). Die Angaben zum Schlafplatz junger Hunde stammen von den Haltern (Kinsman et al., 2020). Die Übersichtsarbeit zu Krankheitserregern stützt sich überwiegend auf Fallberichte (Chomel & Sun, 2011). Die Daten zu Bissen (Messam et al., 2008) und zu Trennungsproblemen (Jagoe & Serpell, 1996) sind rückblickende Erhebungen mit unklarer Richtung. Zum Verteidigen von Liegeplätzen und zur Frage, ob gemeinsames Schlafen Trennungsprobleme verursacht, gibt es keine gezielten Studien. Die Trainingsschritte und die Entscheidungshilfe in diesem Beitrag sind deshalb als Praxiserfahrung gekennzeichnet.
10. Fazit
Ob dein Hund im Bett schlafen darf, ist vor allem eine Frage deines Schlafs, deiner Gesundheit und eurer Absprachen, keine Rangordnungsfrage. Die Forschung findet leichte, messbare Schlafstörungen, viele Menschen erleben den Hund im Bett aber als angenehm. Wichtiger sind Hygiene, ein Blick auf Kinder und die Frage, ob dein Hund das Bett entspannt teilt oder verteidigt.
Die drei Dinge, die den Unterschied machen:
Auf den eigenen Schlaf achten. Wenn du schlecht schläfst, probier einen eigenen Platz für den Hund neben dem Bett.
Klare Absprachen statt Rangordnung. Hoch auf Einladung, runter auf ein Signal, und ein eigener Platz, der sich lohnt.
Gesundheit mitdenken. Parasitenschutz, Hygiene, Rampe für ältere Hunde und kein Hund im Bett bei kleinen Kindern oder geschwächter Abwehr.
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Wichtigste Erkenntnisse im Überblick zum Hund im Bett
Der Hund im Bett ist weit verbreitet. In einer Befragung von 1.136 australischen Hundehaltern schliefen 49 Prozent mit ihrem Hund im Bett (Hoffman et al., 2021).
Hund auf dem Bett, etwas weniger Schlafeffizienz. Bei 40 gesunden Erwachsenen war die gemessene Schlafeffizienz niedriger, wenn der Hund auf dem Bett lag statt nur im Zimmer (Patel et al., 2017).
Messbare, aber milde Störungen. In einer Studie mit fünf Frauen waren die Menschen während der Aktivität des Hundes deutlich häufiger wach (Smith et al., 2018).
Gefühlt oft kein Nachteil. Hunde im Bett wurden als weniger störend erlebt als menschliche Partner und gingen mit mehr Geborgenheit einher (Hoffman et al., 2018).
Das Bett macht den Hund nicht „ranghöher“. Dominanzbeziehungen sind kein Argument dafür, Hunde grundsätzlich vom Bett fernzuhalten; „Dominanz“ ist kein stabiles Persönlichkeitsmerkmal und erklärt Problemverhalten gegenüber Menschen nicht pauschal (Bradshaw et al., 2009).
Infektionen sind selten, aber dokumentiert. Bei kleinen Kindern, immungeschwächten Menschen und offenen Wunden ist bei sehr engem Kontakt besondere Vorsicht sinnvoll (Chomel & Sun, 2011).
Quellen
- Baranyai, L., Iotchev, I., Gombos, F., & Kis, A. (2025). Family dogs’ sleep macrostructure reflects worsened sleep quality when sleeping in the absence of their owners: A non-invasive polysomnography study. Animals, 15(21), Artikel 3182. https://doi.org/10.3390/ani15213182
- Bódizs, R., Kis, A., Gácsi, M., & Topál, J. (2020). Sleep in the dog: Comparative, behavioral and translational relevance. Current Opinion in Behavioral Sciences, 33, 25–33. https://doi.org/10.1016/j.cobeha.2019.12.006
- Bradshaw, J. W. S., Blackwell, E. J., & Casey, R. A. (2009). Dominance in domestic dogs – Useful construct or bad habit? Journal of Veterinary Behavior, 4(3), 135–144. https://doi.org/10.1016/j.jveb.2008.08.004
- Chomel, B. B., & Sun, B. (2011). Zoonoses in the bedroom. Emerging Infectious Diseases, 17(2), 167–172. https://doi.org/10.3201/eid1702.101070
- Hoffman, C. L., Stutz, K., & Vasilopoulos, T. (2018). An examination of adult women’s sleep quality and sleep routines in relation to pet ownership and bedsharing. Anthrozoös, 31(6), 711–725. https://doi.org/10.1080/08927936.2018.1529354
- Hoffman, C. L., Hazelton, P. C., & Smith, B. P. (2021). Human-animal co-sleeping practices among Australian dog owners. Human-Animal Interaction Bulletin, 2021, hai.2021.0028. https://doi.org/10.1079/hai.2021.0028
- Jagoe, A., & Serpell, J. (1996). Owner characteristics and interactions and the prevalence of canine behaviour problems. Applied Animal Behaviour Science, 47(1–2), 31–42. https://doi.org/10.1016/0168-1591(95)01008-4
- Kinsman, R., Owczarczak-Garstecka, S., Casey, R., Knowles, T., Tasker, S., Woodward, J., Da Costa, R., & Murray, J. (2020). Sleep duration and behaviours: A descriptive analysis of a cohort of dogs up to 12 months of age. Animals, 10(7), Artikel 1172. https://doi.org/10.3390/ani10071172
- Kis, A., Gergely, A., Galambos, Á., Abdai, J., Gombos, F., Bódizs, R., & Topál, J. (2017). Sleep macrostructure is modulated by positive and negative social experience in adult pet dogs. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 284(1865), Artikel 20171883. https://doi.org/10.1098/rspb.2017.1883
- Krahn, L. E., Tovar, M. D., & Miller, B. (2015). Are pets in the bedroom a problem? Mayo Clinic Proceedings, 90(12), 1663–1665. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2015.08.012
- Messam, L. L., Kass, P. H., Chomel, B. B., & Hart, L. A. (2008). The human-canine environment: A risk factor for non-play bites? The Veterinary Journal, 177(2), 205–215. https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2007.08.020
- Patel, S. I., Miller, B. W., Kosiorek, H. E., Parish, J. M., Lyng, P. J., & Krahn, L. E. (2017). The effect of dogs on human sleep in the home sleep environment. Mayo Clinic Proceedings, 92(9), 1368–1372. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2017.06.014
- Smith, B., Thompson, K., Clarkson, L., & Dawson, D. (2014). The prevalence and implications of human–animal co-sleeping in an Australian sample. Anthrozoös, 27(4), 543–551. https://doi.org/10.2752/089279314X14072268687880
- Smith, B. P., Browne, M., Mack, J., & Kontou, T. G. (2018). An exploratory study of human–dog co-sleeping using actigraphy: Do dogs disrupt their owner’s sleep? Anthrozoös, 31(6), 727–740. https://doi.org/10.1080/08927936.2018.1529355
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung. Wenn dein Hund das Bett oder einen Liegeplatz verteidigt, nachts plötzlich unruhig ist oder nicht mehr aufs Bett springen will, lass ihn tierärztlich untersuchen und hol dir fachliche Unterstützung. Bei eigenen Schlafproblemen, Allergien oder einem geschwächten Immunsystem sprich mit deiner Arztpraxis.
Häufige Fragen zum Hund im Bett
Schlaf, Gesundheit und Training
Darf mein Hund im Bett schlafen?
Wenn du gut schläfst, dein Hund ruhig liegt, auf ein Signal herunterkommt und das Bett nicht verteidigt und Parasitenschutz und Hygiene stimmen, spricht wenig dagegen. Nicht geeignet ist das Bett bei Liegeplatzverteidigung, bei kleinen Kindern im Bett, bei geschwächtem Immunsystem und meist bei Allergien.
Schlafe ich schlechter, wenn mein Hund im Bett liegt?
Möglicherweise etwas. In einer Messstudie mit 40 Erwachsenen war die Schlafeffizienz niedriger, wenn der Hund auf dem Bett lag statt nur im Zimmer. In Befragungen erlebten viele Menschen den Hund im Bett aber nicht als Störung. Wenn du schlecht schläfst, probier einen eigenen Platz für den Hund neben dem Bett.
Wird mein Hund dominant, wenn er im Bett schläft?
Nein. Die Vorstellung, ein Hund wolle im Bett die Rangordnung übernehmen, hält der Forschung nicht stand. Das Bett macht einen Hund nicht „ranghöher“. Dominanz ist kein stabiles Persönlichkeitsmerkmal und sollte nicht pauschal zur Erklärung von Problemverhalten gegenüber Menschen verwendet werden. Knurrt ein Hund im Bett, ist das eher eine Form der Ressourcenverteidigung und gehört fachlich angeschaut.
Kann mein Hund durch das Bett Trennungsangst bekommen?
Eine Studie, die das als Ursache zeigt, gibt es nicht. In einer älteren Befragung hatten Hunde, die nah bei ihren Haltern schliefen, häufiger Trennungsprobleme, aber die Richtung ist unklar: Oft dürfen gerade Hunde mit Trennungsstress in die Nähe ihrer Menschen. Allein bleiben lernt dein Hund mit einem eigenen, schrittweisen Training.
Ist ein Hund im Bett unhygienisch?
Übertragungen von Krankheitserregern im Bett sind selten, aber beschrieben. Wichtig sind Floh- und Zeckenschutz, eine zum individuellen Risiko passende Parasitenkontrolle, regelmäßiges Waschen der Bettwäsche und gute Hygiene. Bei kleinen Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist sehr enger Kontakt im Bett besonders kritisch abzuwägen.
Darf mein Welpe bei mir im Bett schlafen?
Während der Stubenreinheit ist ein Platz neben dem Bett meist besser, zum Beispiel ein Körbchen oder eine Box, damit du sein Unruhigwerden bemerkst und mit ihm rausgehen kannst. Außerdem ist der Sprung aus Betthöhe für junge Hunde nicht ideal. Ob er später ins Bett darf, kannst du entscheiden, wenn er stubenrein ist.
Wie bringe ich meinem Hund bei, vom Bett herunterzugehen?
Übe das Signal zuerst tagsüber, lock deinen Hund auf den Boden und belohne ihn dort, am besten auf einem eigenen, gemütlichen Platz. Nach einigen Wiederholungen reicht das Signal. Herunterkommen muss sich lohnen. Schimpfen oder Schubsen kann im Moment wirken, kann aber dazu führen, dass dein Hund Annäherungen auf dem Bett abwehrt.
Mein alter Hund springt nicht mehr aufs Bett. Was bedeutet das?
Das kann ein Hinweis auf Schmerzen sein, etwa an Gelenken oder am Rücken, und gehört tierärztlich abgeklärt. Wenn er weiter bei dir schlafen soll, helfen eine Rampe oder eine Treppe oder ein bequemer Platz neben dem Bett.