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Fellpflege beim Hund: Bürsten, Baden und Hundefriseur ohne Stress
Bürsten, Baden, Hundefriseur: Für viele Hunde ist Fellpflege purer Stress. Was Studien zu Festhalten und Stillhalten zeigen und wie du deinen Hund Schritt für Schritt daran gewöhnst.
Michael Sauerwein
Kurz zusammengefasst
Fellpflege ist mehr als Schönheit: Beim Bürsten siehst du Haut, Knoten, Zecken und kleine Verletzungen früh. Für manche Hunde kann sie trotzdem deutlich belastend sein. Drei Befunde sind wichtig. Erstens: Festhalten ist oft das eigentliche Problem; bei Tierheimhunden lagen die Angstwerte bei lockerem Halten niedriger als bei stärkeren Formen der Fixierung. Zweitens: Stillhalten bedeutet nicht automatisch Entspannung; in einer Studie zur Fellpflege, die bislang nur vorläufig veröffentlicht ist, ging Stillhalten mit stärkeren körperlichen Stresszeichen einher. Drittens: Schrittweises Training mit Belohnung ist sinnvoll, aber die Studienlage dazu ist klein und gemischt.
Dieser Beitrag zeigt, was verschiedene Felltypen brauchen, warum Bürsten, Baden und Föhnen viele Hunde stressen, wie du deinen Hund Schritt für Schritt daran gewöhnst und woran du einen guten Hundefriseur erkennst.
1. Warum Fellpflege wichtig ist
1.1 Haut, Fell und Parasiten im Blick
Aus der Praxis: Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und Schmutz und verhindert Knoten. Verfilztes Fell zieht bei jeder Bewegung an der Haut, darunter kann sie feucht bleiben und sich entzünden, besonders hinter den Ohren, unter den Achseln und an den Innenseiten der Beine. Beim Bürsten fallen dir außerdem Zecken, Flohkot, Schuppen, gerötete Stellen, Knoten unter der Haut oder kleine Wunden auf. Fellpflege ist damit auch eine regelmäßige Gesundheitskontrolle.
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1.2 Felltypen und was sie brauchen
Aus der Praxis: Wie viel Pflege ein Hund braucht, hängt vor allem vom Fell ab. Diese Faustregeln stammen aus der Pflegepraxis, nicht aus Studien.
- Kurzhaar braucht wenig: ein Gummistriegel einmal pro Woche, im Fellwechsel öfter.
- Doppeltes Fell mit Unterwolle, etwa bei Schäferhunden oder Retrievern, braucht im Fellwechsel häufiges Bürsten bis auf die Haut, sonst verfilzt die Unterwolle.
- Rauhaar, etwa bei vielen Terriern, wird traditionell getrimmt, also abgestorbenes Haar ausgezupft.
- Lockiges Fell, etwa bei Pudeln, wächst ständig nach, verfilzt schnell und braucht regelmäßig einen Schnitt.
Oft heißt es, Hunde mit doppeltem Fell dürfe man nie scheren. Eine Studie, die das für Hitze, Sonnenschutz oder Fellqualität direkt untersucht hat, haben wir nicht gefunden. Belegt ist, dass geschorenes Haar Zeit braucht: Bei 37 Labrador Retrievern, die für eine Operation geschoren worden waren, dauerte es im Mittel etwa 14 bis 15 Wochen, bis das Fell wieder seine ursprüngliche Länge hatte, unabhängig von der Jahreszeit (Diaz et al., 2004). Aus der Praxis: Bei Unterwolle ist gründliches Auskämmen meist die bessere Lösung. Bei starker Verfilzung kann Scheren trotzdem schonender sein. Das entscheidest du am besten mit Tierarzt oder Hundefriseur.
2. Warum Fellpflege viele Hunde stresst
2.1 Festhalten ist oft das eigentliche Problem
Viele Hunde wehren sich nicht gegen die Bürste, sondern gegen den Griff. Cisneros et al. (2025) haben 97 Tierheimhunde während einer kurzen Untersuchung unter fünf Bedingungen beobachtet, von lockerem, passivem Halten über Schnauzengriff und Maulkörbe bis zur Ganzkörperfixierung. Die Angstwerte waren beim passiven Halten niedriger als in jeder der vier anderen Bedingungen. Das war keine Fellpflege, aber die Griffe sind beim Bürsten und Baden ähnlich.
Eine Fallstudie verglich Pflegeroutinen mit und ohne Festhalten. In der festgehaltenen Gruppe zeigten die Hunde mehr Stresssignale (Sydänheimo et al., 2023). Die Gruppen wurden allerdings nicht zufällig zugeteilt, deshalb lässt sich nicht trennen, ob das am Festhalten, an der Trainingsvorgeschichte oder an etwas anderem lag.
2.2 Wasser, Geräusche und Gerüche
Aus der Praxis: Zum Griff kommt bei der Fellpflege vieles, was Hunde sonst nicht erleben: rutschiger Boden in der Wanne, Wasser auf dem Kopf, der Geruch von Shampoo, das Brummen der Schermaschine und der laute Luftstrom eines Föhns oder Blasgeräts. Wie stark jeder Reiz einzeln belastet, ist nicht untersucht. Übe sie deshalb getrennt, statt alles auf einmal zu verlangen.
2.3 Stillhalten ist nicht dasselbe wie Entspannung
Hart und Hart (2026) haben Hunde über die Abschnitte eines Pflegetermins hinweg beobachtet: Ankunft, Festhalten, Krallenpflege, Baden und Trocknen. Die Herzfrequenzvariabilität sank über den Termin, ein Hinweis auf zunehmende Belastung, und gleichzeitig nahm die Verhaltensunterdrückung zu. Hunde, die besonders still hielten, zeigten eher stärkere körperliche Stresszeichen. Die Arbeit liegt bislang nur als vorläufige Online-Fassung (Journal Pre-proof) vor und ist mit Vorsicht zu lesen. Ein Hund, der beim Föhnen erstarrt, ist also nicht unbedingt entspannt, sondern hält möglicherweise einfach aus.
2.4 Frühe Erfahrungen zählen
In einer Halterbefragung von Stellato et al. (2021) wurden unter anderem Hunde, deren erste Krallenpflege erst später im Leben stattfand, und Hunde, die beim Anfassen des Körpers gestresst reagierten, beim Tierarzt als ängstlicher eingestuft. Das zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Die Richtung passt aber zu einer einfachen Regel: Frühes, angenehmes Üben ist besser als spätes Erzwingen, für die Bürste genauso wie für die Krallenschere.
3. Gewöhnung Schritt für Schritt
Die Grundidee stammt aus dem Medical Training, auch Cooperative Care genannt: Die Pflege wird in kleine, belohnte Schritte zerlegt, und der Hund bekommt eine klare Möglichkeit, mitzumachen oder abzubrechen. Eine Studie, die genau dieses Vorgehen für die Fellpflege zu Hause prüft, gibt es nicht. Die folgenden Schritte sind eine praktische Umsetzung aus dem Training.
3.1 Ein Startsignal, das dein Hund gibt
Aus der Praxis: Bring deinem Hund bei, sich auf eine bestimmte Matte zu legen oder sein Kinn auf ein Kissen zu legen. Diese Position ist sein Startsignal: Solange er sie hält, bürstest du. Steht er auf oder nimmt das Kinn weg, hörst du sofort auf. So lernt er, dass er die Pflege unterbrechen kann, und muss sich nicht wehren, um Abstand zu bekommen.
3.2 Die Bürste kennenlernen
Aus der Praxis: Lass deinen Hund an der Bürste schnuppern und belohne. Berühre ihn dann kurz mit der Rückseite der Bürste an Brust oder Schulter, wieder mit Belohnung. Erst danach folgen einzelne, ruhige Striche in Wuchsrichtung. Pfoten, Bauch, Ohren und Rute kommen zum Schluss.
3.3 Kurz, regelmäßig und mit Pausen
Aus der Praxis: Anfangs reichen ein bis zwei Minuten, lieber täglich kurz als einmal pro Woche lang. Hör auf, solange dein Hund noch entspannt ist. Bei Knoten hältst du das Fell zwischen Knoten und Haut fest, damit es nicht ziept. Ein großer Knoten muss nicht in einer Sitzung weg.
3.4 Föhn, Schermaschine und Wanne
Aus der Praxis: Geräusche übst du getrennt vom Anfassen. Schalte Föhn oder Schermaschine zuerst auf großer Entfernung ein, belohne, schalte aus. Erst dann kommt das Gerät näher, dann der Luftstrom auf die Pfote, später auf den Körper. In der Wanne gilt dasselbe: erst hineinsteigen und Futter bekommen, mit rutschfester Matte, dann nasse Pfoten.
3.5 Realistisch planen
Die Studienlage zum Training ist ernüchternd. In einem vierwöchigen Programm, in dem Halter Untersuchungsgriffe zu Hause übten, erfüllten 44 Prozent der Halter die Trainingsvorgaben nicht, und die Ergebnisse waren gemischt (Stellato et al., 2019). In einer Pilotstudie übertrugen sich geübte Fähigkeiten nur schlecht auf eine Untersuchung durch ein fremdes Team (Wess et al., 2022). Was dein Hund bei dir gelernt hat, kann er beim Hundefriseur also nicht automatisch. Ein Protokoll, das du durchhältst, ist besser als ein ideales, das nach zwei Wochen einschläft.
4. Baden ohne Drama
4.1 Wie oft und womit?
Aus der Praxis: Die meisten Hunde müssen selten gebadet werden. Getrockneter Schmutz lässt sich oft ausbürsten, nach Schlamm reicht meist klares Wasser. Shampoo brauchst du bei starker Verschmutzung oder wenn deine Tierarztpraxis es bei Hautproblemen verordnet. Nimm dann ein mildes Hundeshampoo und lauwarmes Wasser, spar Ohren und Augen aus und spül gründlich aus, Reste können jucken. Zu häufiges Waschen kann die Haut austrocknen.
4.2 Trocknen
Aus der Praxis: Gut abfrottieren ist für viele Hunde angenehmer als der Föhn. Wenn du föhnst, dann auf niedriger Stufe, mit lauwarmer Luft und Abstand. Bei dichter Unterwolle dauert das Trocknen lange, und feuchtes Fell an der Haut kann Hautprobleme begünstigen. Kratzt sich dein Hund nach dem Baden auffällig oder bekommt er gerötete Stellen, lass das tierärztlich abklären.
5. Den richtigen Hundefriseur finden
Aus der Praxis: Beim Hundefriseur zählt vor allem, wie gearbeitet wird. Diese Fragen helfen bei der Auswahl.
- Darf ich beim ersten Termin dabei sein, oder gibt es einen kurzen Kennenlerntermin?
- Wie wird mein Hund gehalten? Ruhig und locker oder vor allem fixiert?
- Gibt es Pausen? Ein guter Hundefriseur unterbricht, wenn der Hund unruhig wird, statt durchzuziehen.
- Darf belohnt werden? Darf ich Futter mitbringen?
- Was passiert, wenn mein Hund sich wehrt? Eine gute Antwort: Pause, kleinere Schritte oder den Termin aufteilen.
Ob du beim Termin dabei sein solltest, ist für die Fellpflege nicht untersucht, für die Tierarztpraxis aber schon. In einer randomisierten Studie mit 32 Hunden vokalisierten Hunde mit anwesendem Halter seltener, gähnten aber häufiger; die Autorinnen und Autoren empfahlen, dass Halter dabeibleiben, wenn es praktikabel ist (Stellato et al., 2020). In einer Überkreuzstudie mit 25 Hund-Halter-Paaren hatte die Anwesenheit keinen deutlichen Einfluss auf Stressverhalten oder Handhabbarkeit (Girault et al., 2022). Aus der Praxis: Manche Hunde sind mit ihrem Menschen entspannter, andere ohne. Probier es aus.
6. Stresszeichen während der Pflege
In einer Fragebogenstudie mit 1.190 Hundehalterinnen und -haltern wurden vor allem auffällige Verhaltensweisen wie Zittern und Winseln als Stresszeichen erkannt. Feinere Signale wie Wegschauen, Kopfabwenden, Gähnen und Über-die-Nase-Lecken wurden deutlich seltener genannt (Mariti et al., 2012). Aus der Praxis: Gerade diese feinen Zeichen zeigen Hunde häufig beim Bürsten oder Föhnen. Achte deshalb auf:
- Lefzenlecken, Gähnen, Wegdrehen des Kopfes, sichtbares Augenweiß
- angelegte Ohren, eingezogene Rute, Hecheln ohne Hitze, Zittern
- Erstarren, steifer Körper, Futter wird plötzlich nicht mehr genommen
- Wegrutschen, Hand wegschieben, Knurren oder Schnappen
Siehst du solche Zeichen, mach eine Pause und geh beim nächsten Mal einen Schritt zurück. Ein Hund, der plötzlich empfindlicher auf das Bürsten einer bestimmten Stelle reagiert, kann dort Schmerzen haben.
7. Was du besser lässt
Ein Hund lässt sich auch mit Kraft festhalten, und das Fell ist dann gebürstet. Die Frage ist, was er dabei lernt und um welchen Preis. Die Daten zum Festhalten (Cisneros et al., 2025; Sydänheimo et al., 2023), zum Stillhalten (Hart & Hart, 2026) und zu Risikofaktoren für Angst beim Tierarzt (Stellato et al., 2021) sprechen dafür, unnötig starke Fixierung und erzwungenes Durchhalten zu vermeiden. Ob eine einzelne unangenehme Pflegesituation die nächste tatsächlich schwieriger macht, wurde damit nicht direkt geprüft. Schimpfen oder durchziehen, obwohl er sich wehrt, ist deshalb keine gute Lösung, auch wenn es im Moment funktioniert.
Ist ein Termin unvermeidbar, bevor das Training so weit ist, etwa bei starker Verfilzung, löst du ihn besser einmal gezielt und fachlich gut. Eine Übersichtsarbeit zu Angst in der Tierarztpraxis nennt unter anderem schonendes Handling, großzügigen Einsatz von Futter, kurze Pausen und das Anpassen des Vorgehens an die Körpersprache des Tieres (Riemer et al., 2021). Aus der Praxis: Sprich bei sehr ängstlichen Hunden mit deiner Tierarztpraxis über Vorbereitung mit Medikamenten oder ein Scheren in der Praxis, und üb den Maulkorb vorher.
8. Zur Reichweite
Zur Fellpflege zu Hause und beim Hundefriseur gibt es kaum kontrollierte Forschung; die meisten Studien zum Handling stammen aus der Tierarztpraxis. Die Studie zum Festhalten (Cisneros et al., 2025) nutzte 97 Tierheimhunde in einer kurzen Untersuchung. Die Fallstudie (Sydänheimo et al., 2023) hat keine zufällig zugeteilten Gruppen. Die Studie zur Fellpflege (Hart & Hart, 2026) beobachtete Hunde, prüfte kein Training und liegt bislang nur als vorläufige Online-Fassung vor. Die Befragungen (Stellato et al., 2021; Mariti et al., 2012) zeigen Zusammenhänge und Einschätzungen von Haltern, keine Ursachen.
Die Studien zur Anwesenheit des Halters (Stellato et al., 2020; Girault et al., 2022) sind klein und betreffen den Tierarzt. Die Trainingsstudien sind klein und gemischt (Stellato et al., 2019; Wess et al., 2022), die Übersichtsarbeit (Riemer et al., 2021) stützt sich teilweise auf Leitlinien und Expertenwissen. Die Studie zum Nachwachsen des Fells (Diaz et al., 2004) umfasste nur Labrador Retriever in Innenhaltung und sagt nichts über Hitze oder Fellqualität nach dem Scheren. Die Hinweise zu Felltypen, Bürsten, Baden und Hundefriseur sind deshalb als Praxiserfahrung gekennzeichnet.
9. Fazit
Fellpflege muss kein Kampf sein. Bei manchen Hunden ist nicht die Bürste oder das Wasser allein das Problem, sondern besonders das Festhalten und der fehlende Handlungsspielraum. Wer früh, in kleinen Schritten und mit Belohnung übt und dem Hund eine Möglichkeit gibt, die Pflege zu unterbrechen, hat langfristig die besseren Chancen.
Die drei Dinge, die den Unterschied machen:
Kurz und regelmäßig üben. Bürste kennenlernen, einzelne Striche, Pause, und Föhn oder Wanne getrennt davon.
Festhalten vermeiden. Ein Startsignal, das dein Hund geben und zurücknehmen darf, statt Kraft.
Genau hinschauen. Stillhalten ist nicht dasselbe wie Entspannung, feine Stresszeichen verdienen eine Pause.
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Wichtigste Erkenntnisse im Überblick zur Fellpflege
Lockeres Halten ist besser als Fixieren. Bei 97 Tierheimhunden lagen die Angstwerte bei passivem Halten niedriger als bei stärkeren Formen der Fixierung (Cisneros et al., 2025).
Festhalten ging mit mehr Stresssignalen einher. In einer Fallstudie ohne Zufallszuteilung zeigten festgehaltene Hunde mehr Stresssignale (Sydänheimo et al., 2023).
Stillhalten ist nicht Entspannung. Bei der Fellpflege ging stärkere Verhaltensunterdrückung mit stärkeren körperlichen Stresszeichen einher; die Arbeit ist bislang nur vorläufig veröffentlicht (Hart & Hart, 2026).
Feine Stresszeichen werden oft übersehen. Halter nannten Zittern und Winseln deutlich häufiger als Wegschauen oder Gähnen (Mariti et al., 2012).
Training braucht Durchhaltevermögen. In einem vierwöchigen Programm erfüllten 44 Prozent der Halter die Trainingsvorgaben nicht (Stellato et al., 2019).
Quellen
- Cisneros, A., Carroll, A. D., Moody, C. M., & Stellato, A. C. (2025). Handle with care: Dogs show negative responses to restrictive handling restraints and tools during routine examinations. Applied Animal Behaviour Science, 286, Artikel 106601. https://doi.org/10.1016/j.applanim.2025.106601
- Diaz, S. F., Torres, S. M. F., Dunstan, R. W., & Lekcharoensuk, C. (2004). An analysis of canine hair re-growth after clipping for a surgical procedure. Veterinary Dermatology, 15(1), 25–30. https://doi.org/10.1111/j.1365-3164.2004.00356.x
- Girault, C., Priymenko, N., Helsly, M., Duranton, C., & Gaunet, F. (2022). Dog behaviours in veterinary consultations: Part 1. Effect of the owner’s presence or absence. The Veterinary Journal, 280, Artikel 105788. https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2022.105788
- Hart, D. S., & Hart, S. J. (2026). Behavioural suppression and autonomic stress responses in dogs during routine grooming procedures. Applied Animal Behaviour Science, Artikel 107146. https://doi.org/10.1016/j.applanim.2026.107146
- Mariti, C., Gazzano, A., Moore, J. L., Baragli, P., Chelli, L., & Sighieri, C. (2012). Perception of dogs’ stress by their owners. Journal of Veterinary Behavior, 7(4), 213–219. https://doi.org/10.1016/j.jveb.2011.09.004
- Riemer, S., Heritier, C., Windschnurer, I., Pratsch, L., Arhant, C., & Affenzeller, N. (2021). A review on mitigating fear and aggression in dogs and cats in a veterinary setting. Animals, 11(1), Artikel 158. https://doi.org/10.3390/ani11010158
- Stellato, A., Jajou, S., Dewey, C. E., Widowski, T. M., & Niel, L. (2019). Effect of a standardized four-week desensitization and counter-conditioning training program on pre-existing veterinary fear in companion dogs. Animals, 9(10), Artikel 767. https://doi.org/10.3390/ani9100767
- Stellato, A., Dewey, C., Widowski, T., & Niel, L. (2020). Evaluation of associations between owner presence and indicators of fear in dogs during routine veterinary examinations. Journal of the American Veterinary Medical Association, 257(10), 1031–1040. https://doi.org/10.2460/javma.2020.257.10.1031
- Stellato, A., Flint, H. E., Dewey, C. E., Widowski, T. M., & Niel, L. (2021). Risk-factors associated with veterinary-related fear and aggression in owned domestic dogs. Applied Animal Behaviour Science, 241, Artikel 105374. https://doi.org/10.1016/j.applanim.2021.105374
- Sydänheimo, A., Freeman, M., & Hunt, K. (2023). Cooperative care does not scare – Use of cooperative care training in routine husbandry in dogs. Animal Behaviour and Welfare Cases, 2023, abwcases20230010. https://doi.org/10.1079/abwcases.2023.0010
- Wess, L., Böhm, A., Schützinger, M., Riemer, S., Yee, J. R., Affenzeller, N., & Arhant, C. (2022). Effect of cooperative care training on physiological parameters and compliance in dogs undergoing a veterinary examination – A pilot study. Applied Animal Behaviour Science, 250, Artikel 105615. https://doi.org/10.1016/j.applanim.2022.105615
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung. Wenn dein Hund bei der Fellpflege schnappt, plötzlich an bestimmten Stellen empfindlicher reagiert oder Hautveränderungen, Juckreiz oder kahle Stellen zeigt, lass ihn tierärztlich untersuchen.
Häufige Fragen zur Fellpflege beim Hund
Bürsten, Baden und Hundefriseur
Wie oft sollte ich meinen Hund bürsten?
Das hängt vom Fell ab. Kurzhaarige Hunde kommen oft mit einmal pro Woche aus, Hunde mit Unterwolle brauchen im Fellwechsel deutlich mehr, lockiges oder langes Fell meist mehrmals pro Woche. Kurze, regelmäßige Einheiten sind besser als seltene lange.
Wie oft darf ich meinen Hund baden?
Die meisten Hunde müssen selten gebadet werden. Oft reicht Ausbürsten oder klares Wasser. Shampoo brauchst du nur bei starker Verschmutzung oder wenn die Tierarztpraxis es verordnet, dann ein mildes Hundeshampoo, gründlich ausgespült.
Darf ich einen Hund mit Unterwolle scheren?
Eine Studie, die das direkt untersucht hat, kennen wir nicht. Belegt ist, dass geschorenes Fell Monate zum Nachwachsen braucht. In der Praxis ist Auskämmen der Unterwolle meist besser, bei starker Verfilzung kann Scheren aber schonender sein. Besprich das mit Tierarzt oder Hundefriseur.
Mein Hund hasst den Föhn. Was kann ich tun?
Übe das Geräusch getrennt vom Anfassen: auf großer Entfernung einschalten, belohnen, ausschalten. Dann kommt das Gerät näher, dann der Luftstrom auf die Pfote. Bis dahin reicht gründliches Abfrottieren.
Darf ich meinen Hund zum Bürsten festhalten?
Mit Kraft festhalten funktioniert im Moment, die Frage ist aber, was dein Hund dabei lernt und um welchen Preis. In Studien gingen stärkere Formen der Fixierung mit höheren Angstwerten einher. Besser ist lockeres Halten und ein Startsignal, das dein Hund zurücknehmen darf.
Mein Hund hält beim Bürsten ganz still. Ist er entspannt?
Nicht unbedingt. In einer bislang nur vorläufig veröffentlichten Studie zur Fellpflege ging stärkeres Stillhalten mit stärkeren körperlichen Stresszeichen einher. Achte auf feine Zeichen wie Lefzenlecken, Gähnen, Wegdrehen des Kopfes oder Erstarren.
Sollte ich beim Hundefriseur dabei bleiben?
Das ist von Hund zu Hund verschieden. Studien aus der Tierarztpraxis kommen zu gemischten Ergebnissen. Probier aus, was deinem Hund hilft, und sprich offen mit dem Hundefriseur darüber.
Woran erkenne ich einen guten Hundefriseur?
Er arbeitet ruhig, hält locker statt zu fixieren, macht Pausen, wenn der Hund unruhig wird, und teilt einen Termin lieber auf, als durchzuziehen. Frag vorher, ob du beim ersten Termin dabei sein kannst und ob belohnt werden darf.