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Durchfall und Erbrechen beim Hund: Was jetzt hilft

  • Autorenbild: Michael Sauerwein Hundeschule unterHUNDs
    Michael Sauerwein Hundeschule unterHUNDs
  • 22. Juli
  • 10 Min. Lesezeit

Das Wichtigste zuerst: Fünf Dinge solltest du wissen, wenn dein Hund Durchfall hat oder erbricht. Erstens: Viele akute Fälle verlaufen mild und bessern sich innerhalb weniger Tage – entscheidend ist, die Ausnahmen zu erkennen. Zweitens: Bestimmte Begleitzeichen machen daraus sofort einen Notfall, allen voran erfolgloses Würgen, schwarzer Teerstuhl, starke Schwäche und Erbrechen bei einem Welpen. Drittens: Die alte Regel „erst mal 24 Stunden gar nichts" gilt heute als überholt – das Futter ist Teil der Behandlung, nicht ihr Gegenteil. Viertens: Ein Antibiotikum ist bei unkompliziertem Durchfall in aller Regel nicht nötig; in einer kontrollierten Studie verkürzte Metronidazol die Dauer im Schnitt um etwa anderthalb Tage – bei einer Störung der Darmflora, die noch lange danach nachweisbar bleibt. Fünftens: Wasser darfst du fast immer anbieten – die Ausnahme ist der Verdacht auf eine Magendrehung.

Durchfall und Erbrechen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Hunde vorgestellt werden – und zu den Themen, bei denen zu Hause am meisten falsch gemacht wird. Dieser Artikel sortiert, wann du abwarten kannst, wann du fahren musst, und was in der Zwischenzeit tatsächlich hilft.

Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Aufklärung und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Welpen, alten oder vorerkrankten Hunden gilt eine deutlich niedrigere Schwelle – hier wird früher vorgestellt, nicht später.


Hund liegt zu Hause neben seiner Halterin und wirkt unwohl mit gesenktem Kopf. Eine besorgte Besitzerin beobachtet den Hund neben einem Futternapf und achtet auf Anzeichen von Durchfall oder Erbrechen. Das Bild symbolisiert die Beobachtung von Magen-Darm-Problemen beim Hund und die richtige Reaktion im Alltag.

Wann es ein Notfall ist

Das gehört an den Anfang, weil hier die einzige wirklich zeitkritische Entscheidung liegt.

  • Erfolgloses Würgen – der Hund versucht zu erbrechen, es kommt nichts. Bei großen Hunden ist das ein dringender Verdacht auf eine Magendrehung.

  • Schwarzer, teerartiger Kot oder Erbrochenes, das wie Kaffeesatz aussieht – beides Hinweise auf Blutungen im vorderen Verdauungstrakt.

  • Größere Mengen frisches Blut im Kot, verbunden mit Schwäche.

  • Starke Schwäche, Zusammenbruch, blasse Schleimhäute.

  • Aufgetriebener, harter Bauch.

  • Anhaltendes Erbrechen, bei dem auch Wasser nicht bei sich behalten wird.

  • Verdacht auf einen Fremdkörper oder auf Gift, Schokolade, Weintrauben, Medikamente.

  • Erbrechen oder Durchfall beim Welpen, beim alten oder beim vorerkrankten Hund – hier wird nicht abgewartet.

Alles andere darf beobachtet werden, aber nicht unbegrenzt: Hält es länger als etwa zwei Tage an, verschlechtert sich oder kommt Fieber dazu, gehört dein Hund in die Praxis.

Was der Kot dir verrät

Beschaffenheit und Farbe engen die Ursache ein, ohne sie zu beweisen. Ein Foto ist in der Praxis erstaunlich hilfreich – deutlich präziser als jede Beschreibung.

Wässrig, große Mengen, ohne Pressen: deutet eher auf den Dünndarm hin. Typisch bei Futterwechsel, Infektionen oder Aufnahme von Verdorbenem.

Kleine Mengen, häufiger Absatz, mit Pressen, oft mit Schleim und hellrotem Blut: eher Dickdarm. Das sieht dramatisch aus, ist aber meist weniger bedrohlich, als es wirkt – frisches Blut aus dem Dickdarm ist etwas anderes als Teerstuhl.

Schwarz und teerartig: verdautes Blut aus dem Magen oder vorderen Dünndarm. Immer abklären.

Sehr hell oder fettig glänzend: kann auf Probleme mit der Fettverdauung hinweisen, etwa bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche.

Beim Erbrechen ist die wichtigste Unterscheidung eine andere: Kommt das Futter unverdaut, in Wurstform und ohne Anstrengung kurz nach dem Fressen wieder hoch, ist das kein Erbrechen, sondern Regurgitieren – ein Rücklauf aus der Speiseröhre. Das hat andere Ursachen und gehört eigenständig abgeklärt.

Die häufigsten Ursachen

Futterbedingt: zu schneller Futterwechsel, Unverträglichkeit, zu fettes Essen vom Tisch, Aufnahme von Verdorbenem beim Spaziergang. Futterbedingte Ursachen gehören zu den häufigsten Auslösern.

Parasiten: Giardien, Würmer und Kokzidien, vor allem bei jungen Hunden und bei Hunden aus dem Ausland.

Infektionen: Viren wie das Parvovirus, Bakterien, häufig auch Mischbilder.

Stress: Der Darm reagiert direkt auf Anspannung. Umzug, Tierarztbesuch, Silvester oder eine Trennungssituation können Durchfall auslösen, ohne dass irgendetwas anderes vorliegt.


Medikamente, besonders Entzündungshemmer und Antibiotika.

Erkrankungen anderer Organe: Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse. Deshalb ist wiederkehrender Durchfall nie nur eine Darmfrage.

Der Reflex Nulldiät: was heute gilt

„Vierundzwanzig Stunden nichts zu fressen geben, damit sich der Darm erholt" – kaum ein Rat wird häufiger weitergegeben. Und kaum einer hat sich so gedreht.

Die Logik dahinter klingt einleuchtend: Wo nichts hineingeht, muss nichts verarbeitet werden. Nur funktioniert der Darm nicht so. Die Zellen der Darmschleimhaut ernähren sich zu einem erheblichen Teil direkt aus dem Darminhalt, nicht über die Blutbahn. Fällt der Nachschub weg, bekommt ausgerechnet das Gewebe nichts, das sich gerade regenerieren soll. Längeres Fasten kann die Schleimhautbarriere daher eher schwächen als schonen.

Der heutige Ansatz lautet deshalb: früh wieder füttern, aber das Richtige. Nicht das Weglassen ist die Behandlung, sondern das Futter selbst. Eine kontrollierte Studie an Hunden mit akuter Dickdarmentzündung hat genau das untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass die Ernährungsumstellung dem Antibiotikum überlegen war.

Für die Praxis heißt das: Eine kurze Pause von wenigen Stunden nach akutem Erbrechen ist sinnvoll, damit sich der Magen beruhigt. Ein ganzer Tag ohne Futter ist es nicht – bei Welpen und sehr kleinen Hunden ist er sogar gefährlich, weil sie unterzuckern.



Antibiotikum bei Durchfall: was die Studien zeigen

Der zweite Reflex ist das Antibiotikum, meist Metronidazol. Auch hier lohnt der genaue Blick, und das Ergebnis ist differenzierter als die üblichen Lager es darstellen.

In einer randomisierten, doppelt verblindeten und placebokontrollierten Studie an Hunden mit akutem, unspezifischem Durchfall dauerte es bis zum Abklingen im Mittel 2,1 Tage unter Metronidazol gegenüber 3,6 Tagen unter Placebo (Langlois et al. 2020). Das Mittel wirkt also – aber der Gewinn beträgt rund anderthalb Tage bei einer Erkrankung, die ohnehin von selbst ausheilt.

Dem steht ein Preis gegenüber, den die Autoren selbst benennen. Metronidazol verändert die Darmflora gesunder Hunde erheblich, und ein Teil dieser Veränderungen bleibt über einen unbestimmten Zeitraum bestehen. Dazu kommt der Beitrag zur Resistenzbildung, der über den einzelnen Hund hinausreicht. Die Autoren halten ausdrücklich fest, dass Ernährungsumstellung oder Probiotika vergleichbare Effekte erzielen könnten und ein Antibiotikum damit entbehrlich machen.

Daraus folgt keine Ablehnung von Antibiotika, sondern eine Frage der Indikation. Sinnvoll sind sie bei blutigem Durchfall mit Fieber und schlechtem Allgemeinbefinden, bei nachgewiesenen bakteriellen Erregern und bei Hinweisen darauf, dass Bakterien die Darmwand überwunden haben. Bei einem ansonsten munteren Hund mit zwei Tagen Durchfall sind sie es in aller Regel nicht.

Wenn dir eines verschrieben wird, ist die Frage „Wogegen genau richtet sich das?" völlig legitim – und eine gute Praxis beantwortet sie.

Was stattdessen hilft

Leicht verdauliche Schonkost, in kleinen Portionen. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag belasten den Darm weniger als zwei große. Bewährt sind fettarme, gut verdauliche Zusammenstellungen; im Handel gibt es dafür Diätfutter, das genau darauf abgestimmt ist.

Langsam zurück zum gewohnten Futter, über mehrere Tage angemischt, nicht von einem Tag auf den anderen.


Probiotika können den Verlauf günstig beeinflussen. Die Studienlage ist uneinheitlich, aber sie sind risikoarm und in mehreren Untersuchungen mit einer schnelleren Erholung verbunden gewesen.

Ruhe. Kurze Spaziergänge zum Lösen statt langer Runden, und kein Training, das aufregt.

Und noch etwas, das oft übersehen wird: Ein plötzlicher Futterwechsel gehört zu den häufigsten selbst beeinflussbaren Auslösern. Der Darm beherbergt eine über Wochen eingespielte Bakteriengemeinschaft, die auf das gewohnte Futter abgestimmt ist. Wird von heute auf morgen umgestellt, gerät diese Gemeinschaft aus dem Takt – auch dann, wenn das neue Futter objektiv besser ist. Sieben bis zehn Tage schrittweise anmischen kostet nichts und verhindert einen erheblichen Teil aller Fälle. Das gilt genauso für den Wechsel auf ein Diätfutter und wieder zurück.

Was nicht hilft: Hausmittel aus dem eigenen Schrank. Menschliche Durchfallmittel greifen in die Darmbewegung ein, was bei einer Infektion genau falsch ist, weil Erreger länger im Darm bleiben. Und Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sind für Hunde ausgesprochen gefährlich.

Blutiger Durchfall: ein eigenes Krankheitsbild

Ein Bild verdient eine eigene Erwähnung, weil es dramatisch aussieht, schnell verläuft und häufig falsch behandelt wird: das akute hämorrhagische Durchfallsyndrom.

Typisch ist ein Hund, dem es morgens noch gut ging und der binnen Stunden große Mengen bluti­gen, oft himbeergelee-artigen Durchfall absetzt, dazu häufig erbricht. Betroffen sind bevorzugt kleine und mittelgroße Rassen, und der Hund wird in kurzer Zeit deutlich schwach.

Das eigentliche Problem ist dabei nicht der Blutverlust nach außen, sondern der Flüssigkeitsverlust in den Darm hinein. Dem Kreislauf fehlt Volumen, während die festen Blutbestandteile im Verhältnis zunehmen – ein Befund, den das Blutbild sofort zeigt. Unbehandelt kann das in einen Schock führen, und zwar innerhalb weniger Stunden.

Die Behandlung besteht deshalb in erster Linie aus Infusionen, nicht aus Medikamenten gegen den Durchfall. Und auch hier gilt die Zurückhaltung beim Antibiotikum: In einer prospektiven, randomisierten und verblindeten Studie brachte die zusätzliche Gabe von Metronidazol bei diesem Krankheitsbild keinen belegbaren Vorteil. Antibiotika sind hier den Fällen vorbehalten, bei denen Hinweise auf eine Blutvergiftung bestehen – hohes oder sehr niedriges Fieber, schlechter Kreislauf, verändertes Blutbild.

Für dich heißt das: Große Mengen blutigen Durchfalls bei einem Hund, der schnell schwächer wird, sind kein Fall zum Beobachten über Nacht. Mit rechtzeitiger Infusionstherapie ist die Aussicht gut.



Flüssigkeit: der eigentliche Risikofaktor

Nicht der Durchfall selbst ist das Problem, sondern der Wasserverlust – und bei kleinen Hunden und Welpen geht das schnell.


Wasser darfst du fast immer anbieten. Die eine Ausnahme ist der Verdacht auf eine Magendrehung. Bei Erbrechen hilft es, häufig kleine Mengen anzubieten statt einer großen Schüssel, weil eine große Menge auf einmal das Erbrechen erneut auslöst.


Anzeichen für Austrocknung sind eingesunkene Augen, klebriges Zahnfleisch und eine Hautfalte im Nacken, die langsam zurückgeht. Bei Welpen kommt Teilnahmslosigkeit dazu. All das ist ein Grund, sofort vorzustellen – gegen eine ausgeprägte Austrocknung kommst du zu Hause nicht an, dafür braucht es Infusionen.



Wann eine Kotprobe sinnvoll ist

Bei einmaligem, kurzem Durchfall meist nicht. Sinnvoll wird sie, wenn der Durchfall länger als ein paar Tage anhält, wiederkehrt, wenn ein junger Hund betroffen ist oder wenn der Hund aus dem Ausland kommt.


Wichtig ist dabei zweierlei. Gesammelt wird über drei aufeinanderfolgende Tage, weil Erreger schubweise ausgeschieden werden. Und im Auftrag muss stehen, wonach gesucht werden soll – Giardien etwa sind keine Würmer und werden mit einem eigenen Test nachgewiesen, den eine Standarduntersuchung auf Wurmeier nicht enthält.




Was in der Praxis passiert

Bei einem munteren Hund mit kurzem Durchfall wird oft bewusst nicht viel untersucht – das ist keine Nachlässigkeit, sondern angemessen. Der Aufwand steigt mit den Warnzeichen.


Am Anfang stehen Vorbericht und Untersuchung: Wie lange, wie oft, wie sieht es aus, was könnte er gefressen haben, welche Medikamente, welche Vorerkrankungen. Dazu Abtasten des Bauchs, Temperatur, Schleimhäute, Beurteilung des Flüssigkeitshaushalts.


Je nach Bild folgen: ein Blutbild mit Organwerten – es zeigt Eindickung, Entzündung und ob Niere oder Leber beteiligt sind. Eine Kotuntersuchung auf Parasiten und je nach Verdacht auf Viren. Ein Ultraschall des Bauchs, der Fremdkörper, Darmwandveränderungen und die Bauchspeicheldrüse beurteilt. Ein Röntgenbild, wenn ein Fremdkörper oder eine Verlagerung im Raum steht.


Wichtig zu wissen: Ein Ultraschall ersetzt kein Röntgen und umgekehrt – die beiden zeigen Unterschiedliches. Und ein unauffälliges Blutbild schließt einen Fremdkörper nicht aus.


Behandelt wird dann je nach Befund: Infusionen bei Flüssigkeitsmangel, Mittel gegen Übelkeit bei anhaltendem Erbrechen, Schmerzmittel bei Bauchschmerzen, Diätfutter – und Antibiotika nur bei begründeter Indikation.



Wenn es chronisch wird

Hält Durchfall länger als etwa drei Wochen an oder kommt er in Schüben wieder, spricht man von einem chronischen Verlauf – und dann ändert sich die Herangehensweise grundlegend.


Jetzt wird nicht mehr symptomatisch behandelt, sondern gesucht: Kotuntersuchungen, Blutbild inklusive Organwerten und Schilddrüse, Ultraschall, spezielle Blutwerte für Bauchspeicheldrüse und Vitaminaufnahme, oft eine kontrollierte Ausschlussdiät über mehrere Wochen und in manchen Fällen eine Gewebeprobe aus dem Darm.


Wichtig ist dabei Geduld an der richtigen Stelle: Eine Ausschlussdiät funktioniert nur, wenn wirklich nichts anderes gefüttert wird – kein Leckerli, kein Kauartikel, keine Tablette in Wurst. Der häufigste Grund für ein unklares Ergebnis ist nicht die Diät, sondern das, was nebenbei gegeben wurde.



Was du zu Hause tun kannst

Dokumentiere. Ein Foto vom Kot, Notizen zu Häufigkeit, Beschaffenheit, Beginn und allem, was dein Hund in den letzten Tagen gefressen haben könnte – auch das, was er unterwegs aufgenommen hat.


Miss die Temperatur, wenn du es kannst. Fieber verschiebt die Einschätzung deutlich.


Beobachte das Allgemeinbefinden, nicht nur den Kot. Ein Hund mit Durchfall, der frisst, trinkt und aufmerksam ist, ist etwas völlig anderes als einer, der sich zurückzieht.


Trenne Hunde im Mehrhundehaushalt, solange die Ursache unklar ist, und achte auf Hygiene – manche Erreger sind übertragbar, einzelne auch auf den Menschen.


Wechsle Futter grundsätzlich langsam, über sieben bis zehn Tage angemischt. Das verhindert einen erheblichen Teil aller Fälle von vornherein.




Grenzen der Evidenz

Die zitierte Metronidazol-Studie umfasste 31 Hunde. Das ist eine kleine Fallzahl, und der Effekt von rund anderthalb Tagen sollte entsprechend vorsichtig gelesen werden – in beide Richtungen.


Zur Frage der Nulldiät gibt es beim Hund keine großen kontrollierten Vergleichsstudien. Die Empfehlung, früh wieder zu füttern, stützt sich auf die Physiologie der Darmschleimhaut, auf Erkenntnisse aus der Humanmedizin und auf Studien zur Wirksamkeit von Diätfutter – nicht auf einen direkten Vergleich „fasten gegen füttern" beim Hund.


Bei den Probiotika ist die Datenlage uneinheitlich: Präparate unterscheiden sich in Stämmen und Keimzahlen erheblich, und Ergebnisse lassen sich zwischen ihnen nicht übertragen.


Und die Zuordnung von Kotbeschaffenheit zu Dünn- oder Dickdarm ist eine klinische Faustregel, die beim Sortieren hilft und keine Diagnose ersetzt.



Fazit

Viele Fälle von Durchfall und Erbrechen beim Hund verlaufen mild und bessern sich von selbst – die eigentliche Aufgabe ist, die Ausnahmen zu erkennen: erfolgloses Würgen, Teerstuhl, Schwäche, und jeder betroffene Welpe. Was sich verändert hat, sind die beiden verbreitetsten Reflexe. Die Nulldiät ist kein Schonprogramm, sondern entzieht der Darmschleimhaut ausgerechnet das, wovon sie sich ernährt. Und das Antibiotikum verkürzt einen unkomplizierten Durchfall im Schnitt um rund anderthalb Tage – zum Preis einer Darmflora, die noch lange danach verändert bleibt. Was tatsächlich hilft, ist unspektakulär: früh und richtig füttern, Wasser anbieten, beobachten, und bei den genannten Warnzeichen nicht abwarten.




Quellen

  • Langlois, D. K., Koenigshof, A. M. & Mani, R. (2020): Metronidazole treatment of acute diarrhea in dogs: A randomized double blinded placebo-controlled clinical trial. Journal of Veterinary Internal Medicine 34(1): 98–104. https://doi.org/10.1111/jvim.15664 (31 Hunde; Abklingen des Durchfalls im Mittel 2,1 Tage unter Metronidazol gegenüber 3,6 Tagen unter Placebo; Autoren verweisen zugleich auf erhebliche und teils anhaltende Veränderungen der Darmflora sowie auf Ernährungsumstellung und Probiotika als mögliche Alternativen)


  • Randomized controlled trial demonstrates nutritional management is superior to metronidazole for treatment of acute colitis in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association 260(S3), 2022. https://doi.org/10.2460/javma.22.08.0349 (Vergleich von leicht verdaulicher Diät, Diät plus Metronidazol und ballaststoffangereicherter Diät; Dysbiose-Index an Tag 0, 7 und 30)


  • Shmalberg, J., Montalbano, C., Morelli, G. & Buckley, G. J. (2019): A Randomized Double Blinded Placebo-Controlled Clinical Trial of a Probiotic or Metronidazole for Acute Canine Diarrhea. Frontiers in Veterinary Science 6: 163. https://doi.org/10.3389/fvets.2019.00163


  • Marks, S. L., Kook, P. H., Papich, M. G., Tolbert, M. K. & Willard, M. D. (2018): ACVIM consensus statement: Support for rational administration of gastrointestinal protectants to dogs and cats. Journal of Veterinary Internal Medicine 32(6): 1823–1840. https://doi.org/10.1111/jvim.15337 (stellt die routinemäßige Gabe von Magenschutzmitteln ohne belegte Indikation infrage)



Häufige fragen zu Durchfall und Erbrechen beim Hund



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