Zum Inhalt springen
unterHUNDs – Hundeschule und Verhaltenstherapie im Saarland Initiative für gewaltfreies Hundetraining

Hunderatgeber · Verhaltensbiologie beim Hund · Wissenschaft und Hundewissen

Verhaltenssynchronisation zwischen Hund und Mensch: Was Studien zeigen

Dein Hund bleibt stehen, wenn du stehen bleibst? Was Studien zur Verhaltenssynchronisation zwischen Hund und Mensch zeigen und was Cortisol, Herzschlag und Gähnen nicht beweisen.

Michael Sauerwein

Ein braun-weißer Hund läuft aufmerksam neben seiner Bezugsperson auf einem sonnigen Naturweg und blickt zu ihr auf. Die gemeinsame Bewegung veranschaulicht die Verhaltenssynchronisation zwischen Mensch und Hund.

Viele Halter bemerken, dass ihr Hund stehen bleibt, wenn sie stehen bleiben, schneller wird, wenn sie schneller werden, und dorthin schaut, wohin sie schauen. Die Forschung hat begonnen, das zu messen, und in einem Punkt ergibt sich ein wiederkehrender Befund: In mehreren standardisierten Gehversuchen passen untersuchte Familienhunde ihre Position, ihre Bewegung und ihr Tempo an einen vertrauten Menschen an. Was diese Befunde bedeuten, ist weniger klar, als die populäre Formel „der Hund spiegelt dich“ nahelegt.

Dieser Beitrag erklärt, was Verhaltenssynchronisation ist, wie sie gemessen wird und warum das schwierig ist, was die Versuche mit erwachsenen Hunden, Welpen, Tierheimhunden, Kindern und Wölfen ergeben haben, wie sich physiologische „Synchronie“ bei Cortisol und Herzschlag von Synchronie im Verhalten unterscheidet, warum ansteckendes Gähnen umstritten bleibt, welche anderen Erklärungen ausgeschlossen werden müssen und was du sinnvoll in Spaziergänge und den Umgang mit deinem Hund mitnehmen kannst.

1. Was Verhaltenssynchronisation ist

1.1 Dasselbe tun, zur selben Zeit, am selben Ort

Verhaltenssynchronisation ist die zeitliche Abstimmung von Verhalten zwischen Individuen. In der Definition der Forschungsgruppe, die die meisten Hundestudien vorgelegt hat, heißt synchronisiert sein: dasselbe tun, zur selben Zeit und am selben Ort wie andere (Duranton & Gaunet, 2016). Das Phänomen ist bei Tieren, die in Gruppen oder Paaren leben, weit verbreitet. Die Übersichtsarbeit diskutiert seinen Anpassungswert innerhalb von Arten und schlägt dann vor, es auch zwischen Arten zu untersuchen, die zusammenleben.

Die Definition ist bewusst rein verhaltensbezogen. Sie sagt nichts darüber, was das Tier beabsichtigt, fühlt oder versteht. Zwei Individuen sind synchronisiert, wenn ihr Verhalten zeitlich enger abgestimmt ist, als zu erwarten wäre, wenn jedes unabhängig handeln würde. Ob diese Abstimmung auf Aufmerksamkeit, Bindung, Gewohnheit, einen gemeinsamen Auslöser in der Umgebung oder eine körperliche Einschränkung wie eine Leine zurückgeht, ist eine eigene Frage. Ein großer Teil dieses Beitrags besteht darin, diese Fragen auseinanderzuhalten.

1.2 Drei Komponenten und eine weitere

Die experimentellen Arbeiten unterscheiden drei Komponenten (Duranton et al., 2017). Zeitliche Synchronie bedeutet, im selben Moment die Handlung zu wechseln, unabhängig davon, ob die Handlungen gleich sind. Örtliche Synchronie bedeutet, zur selben Zeit am selben Ort zu sein, etwa nah beim Partner zu bleiben und in denselben Teil eines Raums zu gehen. Aktivitätssynchronie bedeutet, zur selben Zeit dasselbe Verhalten zu zeigen, also zu gehen, während der Partner geht, und stehen zu bleiben, während er steht. Spätere Studien ergänzten die Körperausrichtung, also wie viel Zeit ein Hund in dieselbe Richtung blickt wie der Mensch (Wanser et al., 2021), und die Blickrichtung, also wie stark ein Hund in denselben Bereich schaut wie der Mensch (Duranton et al., 2017).

Diese Komponenten sind nicht austauschbar: Ein Hund kann nah bleiben, ohne das Tempo anzugleichen, oder Aktivitätswechsel aus der Entfernung mitmachen. Das allgemeine Problem, Alltagsbeschreibungen in messbare Größen zu übersetzen, gilt hier in vollem Umfang (wie Verhalten für die Forschung messbar gemacht wird).

1.3 Was Synchronisation nicht ist

Mehrere benachbarte Phänomene werden oft mit Synchronisation vermischt. Emotionale Ansteckung betrifft die Übertragung eines Gefühlszustands von einem Individuum auf ein anderes (was über emotionale Ansteckung vom Menschen auf den Hund bekannt ist). Synchronisation betrifft die Abstimmung von beobachtbarem Verhalten und kann ohne jedes geteilte Gefühl auftreten. Social Referencing bedeutet, die Reaktion eines anderen zu nutzen, um eine unklare Situation einzuschätzen (wie Hunde in unsicheren Situationen die Reaktion ihres Menschen nutzen). Imitation bedeutet, die Form einer Handlung zu kopieren, oft mit zeitlichem Abstand. Unbeabsichtigtes Hinweisgeben, der Clever-Hans-Effekt, bedeutet, dass kleine Bewegungen eines Menschen die Reaktion eines Hundes lenken, ohne dass das jemand will.

Physiologische Kovariation ist eine weitere Kategorie. Wenn Cortisol- oder Herzwerte von Hunden und Haltern korrelieren, wird das in der Literatur oft „Synchronisation“ genannt, und der Titel einer bekannten Studie verwendet genau dieses Wort (Sundman et al., 2019). Eine Korrelation zweier Werte, die über Wochen oder Monate gemessen wurden, ist aber eine andere Art von Beobachtung als ein Hund, der drei Sekunden nach seinem Menschen stehen bleibt. Dieser Beitrag behandelt physiologische Kovariation deshalb getrennt und als die schwächere Kategorie, aus Gründen, die in Abschnitt 7 erläutert werden.

2. Wie Synchronisation gemessen wird

2.1 Standardisierte Gehversuche

Die meisten Verhaltensstudien folgen einem einfachen Aufbau. Ein Mensch, meist der Halter, folgt einem festen Ablauf aus Stehen, Gehen im normalen Tempo und schnellem Gehen, oft in Abschnitten von 20 bis 30 Sekunden, während sich der Hund frei bewegt. Der Mensch soll den Hund weder ansprechen noch berühren noch anschauen, damit sich das Verhalten des Hundes nicht durch direkte Aufforderungen erklären lässt. Videos oder Ortungsdaten zeigen dann, wie viel Zeit der Hund in Bewegung war, während der Mensch ging, wie viel Zeit er stand, während der Mensch stand, und wie viel Zeit er in der Nähe des Menschen verbrachte.

Die erste Studie in einem Innenraum verwendete fünf Bedingungen von je 30 Sekunden nach zehn Minuten Erkundung (Duranton et al., 2017), die Welpenstudie Abschnitte von 20 Sekunden (Duranton et al., 2022), eine Studie in Gehegen 30 Sekunden Gehen gefolgt von 30 Sekunden Stehen (Heurlin et al., 2024) und die Kinderstudie Wege entlang farbiger Klebebänder auf dem Boden (Wanser et al., 2021).

2.2 Abstand und Geschwindigkeit erfassen

Neuere Studien arbeiten mit Positionsdaten. In einem Vergleich zwischen dem Gehen mit dem Halter allein und dem Gehen in einer Gruppe trugen Hunde und Menschen im Freien GPS-Geräte und wurden beim Stehen, beim langsamen und beim schnellen Gehen gemessen (Lamontagne et al., 2023). Eine spätere Studie befestigte an Geschirren GPS-Empfänger, die über eine feste Basisstation korrigiert wurden, erhielt so alle Viertelsekunde Positionsdaten mit Zentimetergenauigkeit und berechnete den Abstand zwischen Hund und Partner, den Unterschied in ihrer Geschwindigkeit und ihre Körperausrichtung (Lamontagne et al., 2025). Diese Maße sind genauer als das Auswerten von Videos nach Augenmaß, sie messen aber weiterhin die Abstimmung von Bewegung, nicht deren Ursache.

2.3 Warum die Messung schwierig ist

Synchronisation ist leicht zu sehen und überraschend schwer nachzuweisen. Vier Probleme tauchen in der Literatur immer wieder auf.

Das erste ist die gemeinsame Umgebung. Zwei Individuen, die am selben Tor und an derselben Ablenkung vorbeikommen, zeigen abgestimmtes Verhalten, auch wenn keines auf das andere achtet. Korrelierte Bewegungsdaten zeigen deshalb keine Reaktion auf den Partner, solange gemeinsame Auslöser nicht ausgeschlossen sind.

Das zweite ist die Leine. Ein Hund an kurzer Leine kann kaum anders, als Tempo und Richtung des Menschen zu folgen. Die erste Innenraumstudie war ausdrücklich darauf angelegt, dieses Problem zu beseitigen: Die Autorinnen hielten fest, dass in den früheren Gehstudien mit Hund und Mensch die meisten Hunde an der Leine beobachtet worden waren, und testeten deshalb frei laufende Hunde (Duranton et al., 2017). Jede an der Leine gemessene Synchronie vermischt das Verhalten des Hundes mit Mechanik.

Das dritte ist die Vergleichsbasis. Hunde stehen und gehen während eines großen Teils jeder Beobachtung, sodass eine gewisse Überschneidung mit dem Stehen und Gehen eines Menschen auch zufällig entstünde. Studien gehen damit unterschiedlich um, etwa indem sie das Verhalten über Bedingungen vergleichen, in denen der Mensch Verschiedenes tut (Duranton et al., 2017), oder indem sie prüfen, ob die Überschneidung über dem Zufallsniveau liegt (Wanser et al., 2021). Ein Prozentsatz „synchroner Zeit“ ohne Vergleich ist kaum zu deuten.

Das vierte ist die Zeitskala. Die meisten Testabschnitte dauern Sekunden bis wenige Minuten, in Räumen oder Gehegen. Ob dasselbe Muster über einen normalen Spaziergang von einer halben Stunde mit anderen Hunden, Gerüchen und Menschen hält, ist weitgehend ungeprüft.

3. Hunde, die sich mit ihren Menschen bewegen: die zentralen Versuche

3.1 Im Innenraum, ohne Leine

Die Studie, mit der das experimentelle Programm begann, testete 48 Familienhunde, 24 Molosser und 24 Schäferhundartige mit gleich vielen Rüden und Hündinnen, im Alter von einem bis elf Jahren, in einem unbekannten, leeren Raum von 23 Quadratmetern an einer tierärztlichen Hochschule in Frankreich (Duranton et al., 2017). Die Halter folgten einer Abfolge von Bedingungen, in denen sie standen, gingen oder zwischen beidem wechselten, ohne mit ihren Hunden zu sprechen.

Die Ergebnisse waren über alle Maße hinweg stimmig. Die Hunde verbrachten im Mittel etwa 79 Prozent der Testzeit nah bei ihren Haltern, und dieser Anteil hing weder von der Bedingung noch von Rassegruppe, Geschlecht oder Alter ab. Die Zeit, die die Hunde in der Raummitte verbrachten, korrelierte mit der Zeit ihrer Halter dort (r = 0,51), die Zeit, die die Hunde stillstanden, mit der Stillstandszeit der Halter (r = 0,60), und die Zeit, in der die Hunde zur Stirnseite des Raums blickten, mit dem Blick der Halter dorthin (r = 0,47). Wenn Halter vom Stehen ins Gehen wechselten oder umgekehrt, wechselten die Hunde im Mittel 3,4 Sekunden später (Duranton et al., 2017).

Schäferhundartige wechselten schneller als Molosser (etwa 2,2 gegenüber 4,7 Sekunden), was die Autorinnen auf das Körpergewicht zurückführten und nicht auf soziale Ansprechbarkeit. Sie diskutierten auch andere Erklärungen: Nähesuchen in einem belastenden Raum, wogegen sie das entspannte Verhalten der Hunde anführten, während sie einräumten, dass die körperliche Erregung nicht gemessen wurde, und die Tatsache, dass Halter im Alltag entscheiden, wann und wohin es geht, sodass das Folgen einer entscheidenden Person dasselbe Muster erzeugen könnte (Duranton et al., 2017).

3.2 Im Freien

Eine Folgestudie beobachtete Familienhunde, die sich in einem vertrauten Außengelände frei bewegten (Duranton et al., 2018). Die Hunde blieben nah bei ihren Haltern, bewegten sich, wenn die Halter sich bewegten, und zwar im selben Tempo, und standen still, wenn die Halter stillstanden. Die Zusammenfassung nennt die Stichprobengröße nicht, deshalb kann sie hier nicht angegeben werden. Der wichtigste Beitrag ist, dass das Muster aus dem Innenraum nicht auf einen kleinen, unbekannten Raum beschränkt war.

3.3 Mit einer Person oder in der Gruppe

Mit GPS-Ortung verglich eine Studie mit 30 Schäferhundartigen und 30 Molossern zwei Situationen: Der Halter ging allein mit dem Hund oder zusammen mit zwei vertrauten Personen (Lamontagne et al., 2023). Die Hunde synchronisierten sich in beiden Situationen gleich stark mit ihrem Halter. Die Gruppe veränderte aber etwas anderes: Die Hunde schauten ihren Halter häufiger an, wenn er Teil einer Gruppe war. Die Autorinnen deuteten das als gleich starke Bewegungsabstimmung bei unterschiedlich häufigem Blickkontakt zum Halter; „Rückversichern“ ist bereits eine mögliche Interpretation dieses Blickverhaltens. Nach einer späteren Zusammenfassung derselben Gruppe hatte der Ausbildungsstand im Gehorsam keinen Einfluss auf die Synchronisation der Hunde mit Menschen (Lamontagne et al., 2025).

3.4 Ein vertrauter Hund oder ein vertrauter Mensch

Hunde synchronisieren sich auch mit anderen Hunden. Eine Studie, die dieselbe Forschungsgruppe zusammenfasst, fand, dass vertraute Hunde bei Spaziergängen ohne Leine näher beieinander blieben als nicht vertraute (Duranton, 2020, zusammengefasst bei Lamontagne et al., 2025). Der erste direkte Vergleich beider Partner beobachtete 20 erwachsene Hunde aus einem Agilityverein, die sich in einem eingezäunten Gelände von 25 mal 25 Metern bewegten, einmal mit einem vertrauten Hund und einmal mit einer vertrauten Person aus demselben Haushalt (Lamontagne et al., 2025).

Die Hunde blieben näher beim vertrauten Hund als bei der vertrauten Person. Sie glichen auch die Geschwindigkeit des vertrauten Hundes genauer an, allerdings nur, wenn sie selbst nicht mit anderen Hunden zusammenlebten. Körperausrichtung und Blickverhalten unterschieden sich zwischen beiden Bedingungen nicht. Die Autorinnen erklärten die genauere Tempoangleichung an einen anderen Hund vor allem körperlich: Zwei Vierbeiner bewegen sich ähnlich, was das Angleichen erleichtert. Sie nannten auch die Grenzen ihrer Stichprobe: Hunde, die an Training und häufigen Kontakt mit Artgenossen gewöhnt waren, zur Hälfte Hütehundrassen (Lamontagne et al., 2025).

Synchronisation mit Menschen ist in diesen Daten real, aber nicht stärker als mit einem vertrauten Hund. Menschen sind eine Art sozialer Partner unter anderen.

4. Synchronie und Zugehörigkeit

4.1 Bevorzugen Hunde Menschen, die sich mit ihnen synchronisieren?

Beim Menschen hängen Synchronie und Verbundenheit in beide Richtungen zusammen: Menschen, die sich mögen, bewegen sich eher synchron, und synchrones Bewegen steigert die Sympathie. Die Übersichtsarbeit von Duranton und Gaunet nennt das als Ausgangspunkt der Hundeforschung (Duranton & Gaunet, 2018). Ein Versuch prüfte die zweite Richtung beim Hund. Familienhunde trafen zwei unbekannte Personen: Die eine ging synchron mit dem Hund, die andere ging zufällig umher. In einem anschließenden Präferenztest zeigten Molosser eine deutliche Vorliebe für die Person, die sich mit ihnen synchronisiert hatte. Schäferhundartige zeigten sie nicht (Duranton et al., 2019a).

Die Autorinnen folgerten, dass Hunde Menschen, die ihr Gehverhalten nachahmen, stärker zugeneigt sind und dass genetische Selektion diese Neigung beeinflusst. Diese Schlussfolgerung beruht auf einer von zwei Rassegruppen. Stichprobengröße und Präferenzmaß nennt die Zusammenfassung nicht, deshalb werden sie hier nicht berichtet. Der Aufbau war experimentell, was eine Stärke ist, aber es handelt sich um eine einzelne Studie, für die in dieser Übersicht keine Wiederholung gefunden wurde.

4.2 Tierheimhunde als Studienpopulation

Wenn Synchronie Verbundenheit widerspiegelt, sollten Vertrautheit und Bindung eine Rolle spielen. Eine Studie testete 30 Tierheimhunde mit ihren Hauptbetreuern in ihrem gewohnten Auslaufgelände, während die Betreuer standen, normal gingen oder schnell gingen (Duranton et al., 2019b). Die Tierheimhunde synchronisierten ihre Bewegung mit den Betreuern, aber schwächer, als Familienhunde es in einer früheren Studie mit ihren Haltern getan hatten, und sie hielten größere Abstände. Die Autorinnen vermuteten, dass die Stärke der sozialen Bindung den größten Teil des Unterschieds erklärt.

Zwei Einschränkungen gelten. Der Vergleich mit Familienhunden wurde über Studien hinweg gezogen, und Tierheimhunde unterscheiden sich von Familienhunden in Vorgeschichte und Lebensbedingungen, nicht nur in ihrer Bindung. Synchronisation ist in dieser Population vorhanden, aber schwächer; dass eine engere Bindung sie erhöhen würde, wurde nicht geprüft.

4.3 Welpen

Wenn Synchronisation mit Menschen von einer Bindung abhängt, sollte sie sich mit der Bindung entwickeln. Eine Studie testete 29 Retrieverwelpen aus fünf Würfen in einem Zuchtzentrum für Blindenführhunde, jeden einmal mit einem und einmal mit zwei Monaten, mit ihrer vertrauten Betreuerin und mit einer unbekannten Versuchsleiterin (Duranton et al., 2022). Der Raum maß etwa 4 mal 2,4 Meter, jeder Test dauerte 80 Sekunden.

In beiden Altersstufen bewegten sich die Welpen mehr, wenn die Versuchsleiterin ging, als wenn sie stand: mit einem Monat etwa 19 gegenüber 12 Sekunden, mit zwei Monaten etwa 29 gegenüber 12 Sekunden. Zwei Monate alte Welpen, nicht aber einen Monat alte, bewegten sich außerdem häufiger schnell, wenn die Versuchsleiterin schnell ging. Vertrautheit machte keinen Unterschied: Die Welpen synchronisierten sich mit der unbekannten Versuchsleiterin ebenso wie mit ihrer Betreuerin und blieben beiden gleich nah (Duranton et al., 2022).

Die Autorinnen vermuteten, dass die Grundneigung während der Domestikation selektiert wurde, während sich Effekte der Vertrautheit später entwickeln; diese Welpen lebten nicht in einem Haushalt, sodass ihre Bindung an die Betreuerin schwach gewesen sein könnte. Eine Rasse, eine Einrichtung und sehr kurze Tests begrenzen die Aussagekraft, aber die Neigung zeigt sich klar schon früh, vor umfangreichem Training.

4.4 Rassegruppen, im Rudel lebende Hunde und Wölfe

Eine schwedische Studie führte drei Versuche in Außengehegen durch (Heurlin et al., 2024). Im ersten wurden 20 Begleithunde nach drei Arten von Interaktion mit ihren Haltern getestet: ignoriert werden, gestreichelt werden und spielen. Die Hunde passten ihre Bewegung nach allen drei Varianten an die Bewegung des Halters an, und das Gehen des Halters beeinflusste auch Erkundung und Blickkontakt der Hunde. Im zweiten wurden 24 Hunde ursprünglicher Rassen und 17 selbstständig jagende Hunde mit den 20 Begleithunden verglichen: Alle Gruppen synchronisierten ihre Bewegung mit dem Halter, und das Gehen des Menschen steigerte den Blickkontakt und verringerte die Erkundung.

Der dritte Versuch verglich sechs sozialisierte, im Rudel lebende Wölfe mit sechs ähnlich sozialisierten, im Rudel lebenden Hunden. Keine der beiden Gruppen veränderte ihre Bewegung in Reaktion auf den Betreuer (Heurlin et al., 2024). Die Autoren folgerten, dass Synchronisation davon abhängen könnte, wie sehr der Alltag eines Hundes mit Menschen geteilt wird. Bei sechs Tieren pro Gruppe und bei Rudelhunden, die sich von Begleithunden in der Aufzucht wie im Alltag unterscheiden, ist das eine plausible Lesart, kein gesichertes Ergebnis.

4.5 Was „sozialer Klebstoff“ hier bedeutet

Die Forschungsgruppe hinter den meisten dieser Studien beschreibt Synchronisation als „sozialen Klebstoff“ zwischen Hund und Mensch (Duranton & Gaunet, 2018). Diese Formel fasst eine Hypothese zusammen: dass Synchronie Verbundenheit sowohl widerspiegelt als auch stärkt. Die bisherigen Befunde stützen Teile davon. Synchronie ist bei Familienhunden vorhanden, schwächer bei Tierheimhunden mit Betreuern und bei Rudelhunden, bei Welpen unabhängig von Vertrautheit vorhanden und in einer Studie bei einer Rassegruppe mit einer Vorliebe für einen synchron gehenden Fremden verbunden. Nicht gezeigt ist, dass es die Beziehung verbessert, wenn man sich über längere Zeit mit einem Hund synchronisiert, oder dass sich die Qualität einer Bindung am Ausmaß der Synchronie ablesen lässt. Die Verbindung zur Bindungsforschung ist plausibel, aber nicht direkt geprüft (wie Bindungsstile beim Hund eingeteilt werden).

5. Kinder in der Familie

Fast alle Studien testeten Hunde mit Erwachsenen. Eine Studie fragte, ob Familienhunde sich auch mit Kindern synchronisieren, die im selben Haushalt leben (Wanser et al., 2021). Laut der Zusammenfassung der Universität nahmen 30 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren mit ihrem eigenen Familienhund teil, 83 Prozent von ihnen mit einer Entwicklungsbeeinträchtigung. In einem großen, leeren Raum gingen die Kinder auf standardisierte Weise farbige Klebebandlinien entlang, während ihr Hund ohne Leine war.

Die Hunde zeigten alle drei gemessenen Komponenten über dem Zufallsniveau: Aktivitätssynchronie, Nähe und Ausrichtung (Wanser et al., 2021). Die Zusammenfassung der Universität berichtet, dass Hund und Kind etwa 60 Prozent der Zeit in Aktivitätssynchronie waren, dass die Hunde sich in etwa 73 Prozent der Zeit bewegten, in der das Kind sich bewegte, und in etwa 41 Prozent der Zeit standen, in der das Kind stand, dass die Hunde etwa 27 Prozent der Zeit weniger als einen Meter vom Kind entfernt waren und etwa 34 Prozent der Zeit in dieselbe Richtung blickten. Diese Werte lagen unter denen früherer Studien mit Erwachsenen, und eine spätere Studie fasste die Befunde mit Kindern als Synchronisation „in geringerem Maß“ zusammen (Heurlin et al., 2024).

Die Forschenden wiesen darauf hin, dass Hunde Kinder häufiger beißen als Erwachsene, ein Grund, warum der Umgang zwischen Hund und Kind Aufmerksamkeit verdient. Die Studie verbindet geringere Synchronie nicht mit einem Risiko und zeigt auch nicht, warum die Hunde sich weniger synchronisierten. Die meisten Kinder der Stichprobe hatten eine Entwicklungsbeeinträchtigung, deshalb ist offen, ob sich die Ergebnisse auf Kinder ohne Beeinträchtigung übertragen lassen.

6. Blick, Lidschlag und Aufmerksamkeit

6.1 Dorthin schauen, wohin der Mensch schaut

In der Innenraumstudie blickten die Hunde mehr zur Stirnseite des Raums, wenn ihre Halter das taten (Duranton et al., 2017). In den schwedischen Gehegen steigerte das Gehen des Halters den Blickkontakt der Hunde (Heurlin et al., 2024), und in der GPS-Studie schauten die Hunde ihren Halter häufiger an, wenn er in einer Gruppe ging (Lamontagne et al., 2023). Der Blick ist die Komponente, die sozialer Kognition im engeren Sinn am nächsten kommt, weil er nahelegt, dass Hunde den Menschen beobachten und nicht nur seiner Position folgen. Die Empfindlichkeit von Hunden für menschliche Blicke und Zeigegesten ist in anderen Versuchsanordnungen gut belegt (wie Hunde menschliche Gesten und Blicke lesen).

Die Grenze zum Social Referencing ist schmal. Ein früherer Versuch derselben Gruppe, den eine spätere Arbeit zusammenfasst, fand, dass Familienhunde gegenüber einer unbekannten Person ihre Reaktion am Verhalten des Halters ausrichteten, wenn sie mit ihm sehr vertraut waren, und der Titel der Studie hält fest, dass dafür schon die Bewegungsrichtung des Halters genügte (Duranton et al., 2016, zusammengefasst bei Duranton et al., 2022). In der Synchronieforschung tut der Hund, was der Mensch tut; in der Forschung zum Social Referencing nutzt er die Reaktion des Menschen, um etwas Drittes einzuschätzen.

6.2 Lidschlag

Eine Kurzmitteilung untersuchte den zeitlichen Ablauf des Lidschlags zwischen Hunden oder Katzen und Menschen während kurzer Phasen gegenseitigen Anschauens (Koyasu et al., 2022). Halter blinzelten in der Viertelsekunde nach dem Lidschlag ihres Hundes häufiger, Fremde etwas später, und Hunde und Katzen blinzelten tendenziell etwa eine Sekunde nach dem Menschen. Die Studie gewann 26 Hunde, konnte nach Ausschlüssen aber nur sieben Hund-Mensch-Paare auswerten. Bei dieser Stichprobe ist das Ergebnis ein Hinweis, dass Synchronie auch kleine Signale im direkten Blickkontakt betreffen könnte, kein gesicherter Befund.

7. Physiologische „Synchronie“: eine eigene und schwächere Kategorie

7.1 Langfristige Stresshormone

Haarcortisol spiegelt die Stresshormonwerte über Wochen bis Monate wider (was Haarcortisol und andere Stressmaße zeigen können). Eine schwedische Studie maß Haarcortisol bei 58 Hund-Halter-Paaren, Shetland Sheepdogs und Border Collies, im Sommer und im Winter (Sundman et al., 2019). Die Werte von Halter und Hund korrelierten zu beiden Zeitpunkten. Die Aktivität der Hunde, eine Woche lang mit einem Aktivitätshalsband gemessen, und die Zahl der Trainingseinheiten beeinflussten das Cortisol der Hunde nicht. Drei Persönlichkeitsmerkmale der Halter, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit und Offenheit, hingen mit dem Cortisol der Hunde zusammen, während die Persönlichkeit der Hunde selbst wenig Einfluss hatte. Die Autorinnen und Autoren vermuteten, dass Hunde den Stresspegel ihrer Halter zu einem großen Teil spiegeln.

Diese Vermutung ist die Deutung einer Korrelation. Hund und Halter teilen Wohnung, Tagesablauf, Umgebung und dieselben Störungen. Eine belastende Phase trifft beide, ohne dass einer dem anderen etwas überträgt. Die Asymmetrie bei den Persönlichkeitszusammenhängen weist in Richtung eines Einflusses vom Halter auf den Hund, aber ein korrelatives Design kann eine gemeinsame Ursache nicht ausschließen.

7.2 Nicht in allen Rassegruppen

Eine Folgestudie derselben Gruppe untersuchte 24 Hunde ursprünglicher Rassen und 18 selbstständig jagende Hunde mit ihren Haltern (Höglin et al., 2021). In keiner der beiden Gruppen hing das Haarcortisol der Halter mit dem der Hunde zusammen. Stattdessen war ein Beziehungsfaktor, die vom Halter empfundenen Kosten der Hundehaltung, mit dem Cortisol der Hunde verbunden. Die Autorinnen und Autoren folgerten, dass die Synchronisation des Langzeitstresses wahrscheinlich ein Merkmal von Rassen ist, die auf enge Zusammenarbeit mit Menschen selektiert wurden. Zusammen zeigen beide Studien, dass die Kovariation keine allgemeine Eigenschaft von Hund-Halter-Paaren ist.

7.3 Herzratenvariabilität unter Stress des Halters

Die Herzratenvariabilität spiegelt die Erregung des autonomen Nervensystems im Sekundenbereich wider. In einer japanischen Studie, die mit 34 Hund-Halter-Paaren begann, von denen wegen technischer Probleme bei der Herzfrequenzaufzeichnung nur 14 ausgewertet werden konnten, durchliefen die Halter an einem Tag einen abgewandelten sozialen Stresstest vor Publikum und an einem anderen eine Kontrollbedingung, während der Hund an lockerer Leine zusah (Katayama et al., 2019). Innerhalb jedes Paares korrelierten die Forschenden die Zeitverläufe der Herzratenvariabilität von Hund und Halter.

Die Ergebnisse sind enger, als der Titel „Emotional contagion from humans to dogs is facilitated by duration of ownership“ vermuten lässt. Die Korrelation eines Herzmaßes war unter Stress nur leicht und nicht signifikant höher als in der Kontrollbedingung. Die Herzratenvariabilität der Halter zeigte keinen messbaren Stresseffekt, und ihre selbst berichtete Angst war nur tendenziell erhöht, was die Autorinnen und Autoren als mäßigen Stressor deuteten, möglicherweise abgepuffert durch die Anwesenheit des Hundes. Das klarste Ergebnis war, dass in der Stressbedingung die Korrelation zwischen Hund und Halter in einem Maß der Herzratenvariabilität mit der Dauer der Haltung zunahm (Katayama et al., 2019). Die Hunde schauten ihre Halter unter Stress außerdem länger an. Das ist ein Befund über Kovariation und Haltungsdauer, kein direkter Beleg dafür, dass Stress auf den Hund übertragen wurde.

7.4 Herzschlag und Aktivität während der Interaktion

Eine finnische Studie maß Herzratenvariabilität und körperliche Aktivität bei Hunden kooperativer Rassen und ihren Haltern in Ruhephasen und bei vier Aufgaben: Streicheln, Training, Schnüffeln und Spielen (Koskela et al., 2024). Von 30 gewonnenen Paaren wurden 25 ausgewertet. Über die gesamte Sitzung korrelierten die Herzratenvariabilität von Hund und Halter (ρ = 0,53) und ebenso ihre Aktivität (ρ = 0,40). Das Muster unterschied sich zwischen den Aufgaben. Die Herzratenvariabilität korrelierte in den Ruhephasen am Anfang und am Ende, die Aktivität beim Streicheln und Spielen, und beim Training und Schnüffeln korrelierte keines von beiden.

Eine wichtige Kontrolle: Wurden Hunde zufällig mit den Haltern anderer Hunde gepaart, verschwand die Herzkorrelation (ρ = −0,018), was gegen einen bloßen Effekt gleicher Raumbedingungen spricht (Koskela et al., 2024). Die Autorinnen und Autoren hielten fest, dass die Herzratenvariabilität eher allgemeine Erregung als bestimmte Gefühle widerspiegelt und dass Bewegung die Herztätigkeit beeinflusst. Fünfundzwanzig Paare kooperativer Rassen in einer einzigen Sitzung sind eine kleine, ausgewählte Stichprobe.

7.5 Schlaf

Übereinstimmung lässt sich auch über Nächte messen. Bei 56 Paaren aus Veteranen und ihren Assistenzhunden zeigten Aktivitätsmesser, die 14 Tage lang getragen wurden, dass Hund und Mensch im Mittel etwa 79 Prozent der Zeit im selben Schlaf- oder Wachzustand waren (Leighton et al., 2025). Die Hunde reagierten empfindlicher auf das Aufwachen der Veteranen als umgekehrt. Die Übereinstimmung hing aber nicht durchgängig mit Maßen für Bindung oder Wohlbefinden zusammen. Das ist eine spezielle Population, und das Ergebnis erinnert daran, dass selbst hohe Übereinstimmung für sich genommen keine bessere Beziehung anzeigt.

7.6 Was die physiologischen Studien zeigen können und was nicht

Eine systematische Übersichtsarbeit zur physiologischen Ko-Modulation in der Mensch-Tier-Interaktion schloss 37 Studien ein, 22 davon mit Hunden (Bargigli et al., 2026). Die meisten arbeiteten mit Korrelationsanalysen. Ko-Modulation war in 16 Studien signifikant, in 16 teilweise vorhanden und in 5 nicht nachweisbar, und die Stichproben reichten von zehn oder weniger bis zu mehr als 130 Paaren. Verfahren, die die Kopplung über Zeitreihen auswerteten, lieferten einheitlichere Ergebnisse als Korrelationen zwischen einzelnen Messzeitpunkten. Die Autorinnen und Autoren bewerteten die Befunde als stützend, aber nicht schlüssig, und die Uneinheitlichkeit der Methoden als Grenze der Verallgemeinerbarkeit.

Daraus folgen zwei Unterscheidungen. Korreliertes Haarcortisol sagt, dass Hunde mit hohen Werten über Monate eher Halter mit hohen Werten haben; über Reaktionen von Moment zu Moment sagt es nichts. Korrelierte Herzverläufe kommen der Synchronie näher, bleiben aber Korrelationen von Erregung, nicht von Gefühlen. Und „emotionale Spiegelung“ unterstellt, dass der Hund den Gefühlszustand des Halters übernimmt, was keine dieser Studien gemessen hat. Die berichtete Kovariation ist mit gemeinsamer Umgebung, gemeinsamer Aktivität und gegenseitigem Einfluss in beide Richtungen vereinbar.

Keine dieser Studien hat Oxytocin gemessen, Verbindungen zwischen Synchronie und diesem Hormon bleiben deshalb Spekulation (was Oxytocin beim Hund bewirkt und was nicht).

8. Ansteckendes Gähnen: vorhanden, aber in seiner Bedeutung umstritten

Ansteckendes Gähnen ist das am häufigsten genannte Beispiel dafür, dass Hunde Menschen „spiegeln“. In der ersten Studie gähnten 21 von 29 Hunden, wenn sie einen Menschen gähnen sahen, während Kontrollbewegungen des Mundes bei keinem Hund Gähnen auslösten (Joly-Mascheroni et al., 2008). Eine spätere Studie mit 25 Hunden fand mehr Gähnen beim Anblick des Halters als beim Anblick einer unbekannten Person und keinen Unterschied in der Herzfrequenz zwischen den Bedingungen, was die Autoren als Hinweis auf eine Verbindung zur Empathie statt zu Stress lasen (Romero et al., 2013).

Andere Ergebnisse weisen in eine andere Richtung. Bei 60 Tierheimhunden, die eine unbekannte Person beobachteten, trat ansteckendes Gähnen auf Gruppenebene nicht auf; 12 Hunde gähnten nur als Reaktion auf menschliches Gähnen, diese Hunde waren nicht besser darin, menschlichen Hinweisen zu folgen, und ihr Cortisol blieb nach den Gähnreizen erhöht, während das der anderen Hunde sank (Buttner & Strasser, 2014). Die Autorinnen deuteten das als Erregung in einem belastenden Kontext, und Gähnen wird auch als mögliches stressbezogenes Verhalten diskutiert (was die Forschung zu Gähnen als Stresssignal sagt).

Die gründlichste Analyse fasste die Daten von sechs Studien in einer bayesianischen Neuauswertung zusammen (Neilands et al., 2020). Sie fand belastbare Hinweise, dass es ansteckendes Gähnen bei Hunden gibt, aber keine Hinweise auf eine Bevorzugung vertrauter Personen oder eines Geschlechts, zwei Vorhersagen der Empathiehypothese. In einem neuen Versuch gähnten Hunde nicht häufiger bei einer prosozialen als bei einer antisozialen Person. Die Autoren folgerten, dass ansteckendes Gähnen bei Hunden vorhanden ist, aber nicht über empathische Mechanismen vermittelt wird. Gähnen ist damit eine Form der Verhaltensangleichung mit unklarer Funktion, kein Beleg dafür, dass Hunde die Gefühle ihrer Menschen teilen.

9. Synchronie, Imitation und unbeabsichtigte Hinweise

9.1 Automatische Imitation

Synchronisation betrifft den Zeitpunkt, Imitation die Form. Beides trifft sich in einer Studie zur automatischen Imitation (Range et al., 2011). Hunde lernten, eine Schiebetür mit dem Kopf oder mit der Pfote zu öffnen, und wurden dann belohnt, wenn sie dasselbe Körperteil verwendeten wie zuvor ihr Halter oder das jeweils andere. Hunde, die das Gegenteil tun mussten, brauchten mehr Durchgänge, um die Aufgabe zu lernen, und machten später mehr Fehler in Richtung des Nachahmens. Die Autoren beschrieben das als automatische Imitation: Die Hunde konnten die Neigung, das gesehene Körperteil zu übernehmen, schwer unterdrücken. Sie deuteten das als vor allem durch die Erfahrungen der Hunde mit Menschen während ihrer Entwicklung geprägt, weniger durch die Domestikation.

Der Befund ist wichtig, weil er eine Neigung zeigt, menschliche Bewegungen anzugleichen, die selbst dann wirkt, wenn sie den Hund eine Belohnung kostet. Er ist aber nicht dasselbe wie das Angleichen des Tempos auf einem Spaziergang, und die Forschung zum sozialen Lernen (wie Hunde durch Beobachtung lernen) und zur Überimitation (warum Hunde manchmal unnötige Handlungen kopieren) beschreibt Formen des Nachahmens mit eigenen Mechanismen.

9.2 Der Gegensatz zum Clever-Hans-Effekt

Der Clever-Hans-Effekt ist das Spiegelbild der Synchronieforschung. In Synchroniestudien ist das Verhalten des Menschen die Größe, um die es geht; in Kognitionsstudien ist es eine Störgröße, die den Hund lenken kann, ohne dass das jemand beabsichtigt (wie unbeabsichtigte Hinweise des Menschen die Wahl des Hundes beeinflussen).

Dieselbe Empfindlichkeit, die Synchronie möglich macht, macht auch unbeabsichtigte Hinweise möglich. In der Spürhundearbeit veränderten falsche Annahmen der Hundeführer darüber, wo ein Ziel versteckt war, an welchen Stellen Anzeigen gewertet wurden, obwohl überhaupt kein Zielgeruch vorhanden war (Lit et al., 2011). In einer Studie mit Zeigegesten veränderten dagegen die Annahmen der Halter allein die Wahl ihrer Hunde nicht messbar, und das Wissen des Halters ohne sichtbare Zeigegeste führte die Hunde nicht, auch wenn Halter, die ihre Hunde aktiv lenkten, sie beeinflussen konnten (Schmidjell et al., 2012). Die Autorinnen und Autoren hielten fest, dass das Verhalten der Halter selbst nicht gemessen wurde, weil Hunde auf Hinweise reagieren können, die Beobachter nicht erkennen.

Synchroniestudien bitten Menschen, still zu sein und die Hände ruhig zu halten. Das verringert absichtliche Signale, kann aber die Bewegungen nicht beseitigen, die selbst die Versuchsbedingung sind. Ein Hund, der stehen bleibt, wenn sein Halter stehen bleibt, reagiert planmäßig auf einen menschlichen Hinweis; ob man das Synchronie oder Hinweisgeben nennt, hängt von der Fragestellung ab, nicht vom Hund.

9.3 Andere Erklärungen

Mehrere Erklärungen konkurrieren mit dem, was als Synchronie gemessen wird, oder tragen dazu bei. Sie schließen sich nicht gegenseitig aus, und die meisten Studien können nur einige davon ausschließen.

  • Mechanik der Leine. An der Leine sind Tempo und Richtung teilweise vorgegeben, deshalb beschreiben Befunde ohne Leine nicht das Gehen an der Leine (Duranton et al., 2017).

  • Dem Menschen folgen. Halter entscheiden, wann und wohin es geht; einer entscheidenden Person zu folgen, erzeugt dieselben Daten wie Synchronisation (Duranton et al., 2017).

  • Gemeinsame Reize. Ein Geräusch, ein Tor oder ein anderer Hund kann beide Partner anhalten oder losgehen lassen.

  • Nähesuchen bei Erregung. Die Autorinnen sprachen sich gegen Stress als Haupterklärung aus, haben die körperliche Erregung aber nicht gemessen (Duranton et al., 2017; Duranton et al., 2022).

  • Trainingsgeschichte. Eine Zusammenfassung berichtete keinen Einfluss des Ausbildungsstands im Gehorsam (Lamontagne et al., 2025), aber die meisten Stichproben variierten das Training nicht systematisch.

  • Körperliche Ähnlichkeit. Tempo lässt sich zwischen Partnern, die sich ähnlich bewegen, leichter angleichen (Lamontagne et al., 2025).

10. Was daraus für die Praxis folgt

10.1 Was die Forschung stützt

Einige Schlussfolgerungen sind direkt gestützt. Frei laufende Familienhunde passen unter standardisierten Bedingungen Position, Bewegung und Tempo an einen vertrauten Menschen an (Duranton et al., 2017; Duranton et al., 2018). Das geschieht ohne sprachliche Anweisungen. Deine eigene Bewegung ist für deinen Hund also ein Signal, ob du das beabsichtigst oder nicht. Die Neigung zeigt sich früh bei Welpen (Duranton et al., 2022), ist in einigen Populationen mit weniger alltäglichem Menschenkontakt schwächer (Duranton et al., 2019b; Heurlin et al., 2024) und mit Kindern schwächer als mit Erwachsenen (Wanser et al., 2021). Physiologische Kovariation gibt es in einigen Studien und einigen Rassegruppen, ihre Bedeutung ist aber ungeklärt (Bargigli et al., 2026).

Keine der hier besprochenen Studien hat geprüft, ob der gezielte Einsatz von Synchronie im Training das Gehen an der Leine, die Zusammenarbeit oder die Beziehung verbessert. Alles, was in den folgenden Abschnitten über diese Befunde hinausgeht, stammt aus der Praxis und ist so gekennzeichnet.

10.2 Gemeinsam gehen

Aus der Praxis: Viele Hunde passen sich leichter an dein Tempo an, wenn du gleichmäßig gehst und Tempo- und Richtungswechsel mit dem Körper ankündigst, bevor die Leine ins Spiel kommt; über ein paar Schritte langsamer zu werden, ist für den Hund leichter nachzuvollziehen als ein abrupter Halt. Das ist eine Beobachtung aus der Trainingspraxis, kein Befund der Synchroniestudien, die Hunde ohne Leine und nur kurz getestet haben.

Ziehen an der Leine ist ein häufiger Grund für Frust auf Spaziergängen, und es liegt nahe, mit Leinenrucken zu antworten. Aversive Leinenmethoden können das Ziehen im Moment stoppen. Die Frage ist, was der Hund dabei lernt und zu welchem Preis: ob er lernt, mit dir zu gehen, oder lernt, das Unangenehme zu vermeiden, und wie diese Erfahrung seine Erregung und seine Beziehung zu dem Menschen am anderen Ende der Leine beeinflusst (welche Nebenwirkungen von Strafe die Forschung beschreibt). Die Synchroniedaten liefern keine Begründung für Leinenrucke; sie beschreiben eine Neigung zur Abstimmung, die ohne sie auftritt.

10.3 Lockere Leine und Bewegungsfreiheit

Aus der Praxis: Eine lockere Leine lässt dem Hund Raum, seine eigene Bewegung auf dich abzustimmen, statt mitgezogen zu werden. Wo es sicher und erlaubt ist, zeigen kurze Phasen ohne Leine oder an der Schleppleine in einem vertrauten Gelände deutlicher als das Gehen an kurzer Leine, wie stark dein Hund deiner Bewegung folgt. Das ist eine Ableitung aus der Praxis und aus der Logik der Studien ohne Leine, keine geprüfte Trainingsmethode.

10.4 Der ruhige Mensch

Der Rat „ein ruhiger Mensch macht einen ruhigen Hund“ ist weit verbreitet. Die Belege dafür sind schwächer, als es klingt. Die physiologischen Studien zeigen Korrelationen in Erregungsmaßen zwischen Hunden und Haltern in einigen Rassegruppen und einigen Situationen (Sundman et al., 2019; Koskela et al., 2024), in anderen nicht (Höglin et al., 2021), und eine Untersuchung, die den Stress des Halters gezielt veränderte, erzeugte nur einen schwachen Stressor und einen Effekt, der an die Haltungsdauer gebunden war (Katayama et al., 2019). Aus der Praxis: Langsam bewegen, ruhig atmen und hektische Bewegungen in der Nähe eines aufgeregten Hundes vermeiden, scheint oft zu helfen, aber das ist eine Beobachtung aus der Praxis, kein nachgewiesener Effekt der Synchronisation auf den Gefühlszustand des Hundes.

10.5 Handling und Cooperative Care

Beim Tierarzt und bei der Pflege sind Mensch und Hund einander nah, oft unter einer gewissen Belastung. Trainingsansätze, die dem Hund in solchen Situationen mehr Vorhersehbarkeit und Wahlmöglichkeiten geben, werden in einer eigenen Literatur behandelt (wie Medical Training dem Hund mehr Kontrolle beim Handling gibt). Die Synchroniestudien haben Handling nicht untersucht. Dass langsame, angekündigte Bewegungen für einen Hund besser lesbar sind als plötzliche, ist eine naheliegende Ableitung daraus, kein geprüfter Befund.

10.6 Lesen, wem der Hund folgt

Aus der Praxis: Wenn dein Hund auf einem Spaziergang stehen bleibt, sich umdreht oder irgendwohin schaut, hilft die Frage, wem oder was er gerade folgt: deiner Bewegung, einem Hinweis, den du nicht geben wolltest, einem Reiz, den ihr beide bemerkt habt, oder etwas, das nur er wahrnimmt. Auf Haltung, Aufmerksamkeit (wie du die Körpersprache deines Hundes liest) und den genauen Moment der Veränderung zu achten, trennt diese Möglichkeiten oft. Das ist eine Faustregel aus der Praxis, keine Forschungsmethode.

Auch im Spiel zwischen Hund und Mensch kommt es auf den Zeitpunkt an, und die Spielforschung hat eigene Befunde zu Signalen und Abstimmung (wie Hunde Spiel ankündigen und abstimmen).

11. Zusammenfassung auf einen Blick

Verhaltenssynchronisation heißt, dasselbe zu tun, zur selben Zeit, am selben Ort wie ein Partner (Duranton & Gaunet, 2016). Ohne Leine blieben Familienhunde nah bei ihren Haltern, glichen Stehen und Gehen an und wechselten etwa 3,4 Sekunden nach ihnen die Aktivität (Duranton et al., 2017), auch im Freien (Duranton et al., 2018) und in der Gruppe (Lamontagne et al., 2023), bei einigen Maßen aber weniger eng als mit einem vertrauten Hund (Lamontagne et al., 2025).

Synchronie war schwächer bei Tierheimhunden mit Betreuern (Duranton et al., 2019b) und mit Kindern (Wanser et al., 2021), fehlte bei wenigen im Rudel lebenden Wölfen und Hunden (Heurlin et al., 2024) und war bei jungen Welpen unabhängig von Vertrautheit vorhanden (Duranton et al., 2022). Eine Rassegruppe bevorzugte einen synchron gehenden Fremden (Duranton et al., 2019a). Physiologische Kovariation ist eine eigene, überwiegend korrelative Kategorie mit gemischten Ergebnissen (Sundman et al., 2019; Höglin et al., 2021; Bargigli et al., 2026), und ansteckendes Gähnen gibt es ohne klaren Hinweis auf Empathie (Neilands et al., 2020).

12. Forschungslücken und kritische Einordnung

12.1 Ein Forschungsprogramm

Die meisten Verhaltensbefunde stammen von einer französischen Forschungsgruppe und ihren Kooperationspartnern, mit ähnlichen Versuchsanordnungen (Duranton & Gaunet, 2016, 2018). Stimmigkeit innerhalb eines Programms ist wertvoll, unabhängige Wiederholungen mit anderen Verfahren sind aber selten. Die schwedische Gehegestudie und die amerikanische Kinderstudie sind wichtige Ausnahmen (Heurlin et al., 2024; Wanser et al., 2021).

12.2 Stichprobengröße und Rasse

Die Stichproben reichen von sieben ausgewerteten Hundepaaren (Koyasu et al., 2022) und sechs Wölfen (Heurlin et al., 2024) bis zu 60 Hunden in der größten Verhaltensstudie (Lamontagne et al., 2023). Mehrere Studien verwendeten nur zwei Rassegruppen, Molosser und Schäferhundartige (Duranton et al., 2017; Lamontagne et al., 2023), oder ausschließlich kooperative Rassen (Sundman et al., 2019; Koskela et al., 2024). Der Rasseeffekt auf die Vorliebe beruht auf einer einzigen Studie (Duranton et al., 2019a). Für mehrere zentrale Arbeiten ließen sich die Stichprobengrößen aus zugänglichen Quellen nicht bestätigen, deshalb werden sie in diesem Beitrag nicht genannt.

12.3 Kurze Tests unter kontrollierten Bedingungen

Die Testabschnitte dauerten in den meisten Studien 20 bis 30 Sekunden, in anderen wenige Minuten, in Räumen oder umzäunten Bereichen. Alltägliche Spaziergänge dauern länger, finden meist an der Leine statt und schließen andere Menschen, Hunde und Gerüche ein. Wie viel der gemessenen Synchronie unter solchen Bedingungen erhalten bleibt, ist unbekannt.

12.4 Mechanismus

Die Studien beschreiben Synchronie, prüfen ihren Mechanismus aber selten. Einer entscheidenden Person folgen, Nähe suchen, die Anziehung durch einen Ort, an dem sich ein Partner aufhält, gelernte Reaktionen auf die Bewegung des Halters und eine allgemeine Neigung zur Abstimmung mit sozialen Partnern sagen alle ähnliche Daten voraus. Die körperliche Erregung wurde in den zentralen Verhaltensversuchen nicht gemessen, obwohl die Autorinnen sie als möglichen Einfluss nannten (Duranton et al., 2017).

12.5 Physiologie und Ursache

Die physiologischen Studien sind korrelativ, mit einer teilweisen Ausnahme, die den Stress des Halters veränderte, aber nur einen schwachen Stressor erzeugte (Katayama et al., 2019). Die gemeinsame Umgebung ist die wichtigste Alternative, und die hier besprochene Studie von Koskela et al. enthielt eine direkte Kontrolle durch zufälliges Neupaaren (Koskela et al., 2024). Haarcortisol und Herzschlag im Sekundenbereich erfassen unterschiedliche Zeitskalen, und die Übersichtsarbeit fand die Methoden uneinheitlich (Bargigli et al., 2026).

12.6 Bindung und Ergebnis

Effekte der Vertrautheit werden aus Vergleichen zwischen Populationen erschlossen, etwa zwischen Familien- und Tierheimhunden, nicht aus einer gezielten Veränderung der Bindung (Duranton et al., 2019b). Wo die Bindung direkt gemessen wurde, folgte die Übereinstimmung ihr nicht (Leighton et al., 2025). Für eine belastbare Vorhersage von Wohlbefinden, Trainingserfolg oder der Qualität der Beziehung über längere Zeit reichen die hier ausgewerteten Studien nicht aus.

13. Fazit

Hunde stimmen ihre Bewegung auf vertraute Menschen ab. Ohne Leine, in Räumen, in Gehegen und im offenen Gelände bleiben Familienhunde nah, gehen, wenn ihr Mensch geht, bleiben stehen, wenn er stehen bleibt, und schauen dorthin, wohin er schaut. Die Neigung ist schon bei jungen Welpen vorhanden, bei manchen Hunden, die weniger von ihrem Alltag mit Menschen teilen, schwächer, und mit Kindern schwächer als mit Erwachsenen. Das ist ein solider und nützlicher Befund.

Es ist auch ein enger Befund. Synchronisation beschreibt Zeitpunkt und Position, keine geteilten Gefühle. Hunde und Halter können bei Stresshormonen und Herzschlag kovariieren, aber nicht in allen Rassegruppen und nicht so, dass emotionale Spiegelung belegt wäre, und ansteckendes Gähnen scheint keine Empathie widerzuspiegeln. Dieselbe Empfindlichkeit, die Synchronie möglich macht, macht Hunde auch empfänglich für unbeabsichtigte Hinweise. Für den Alltag ist die am besten begründete Lehre einfach: Dein Hund liest, wie du dich bewegst. Deine Bewegung ist deshalb Teil der Kommunikation, ob du das willst oder nicht.

Wichtigste Erkenntnisse im Überblick

  • Verhaltenssynchronisation heißt, dasselbe zu tun, zur selben Zeit, am selben Ort; sie beschreibt Abstimmung, keine Gefühle (Duranton & Gaunet, 2016).

  • Ohne Leine blieben 48 Familienhunde etwa 79 Prozent der Zeit nah bei ihren Haltern und wechselten im Mittel 3,4 Sekunden nach ihnen die Aktivität (Duranton et al., 2017).

  • In einer Studie bevorzugten Molosser, nicht aber Schäferhundartige, einen Fremden, der synchron mit ihnen gegangen war (Duranton et al., 2019a).

  • Welpen synchronisierten sich mit vertrauten und unbekannten Menschen gleichermaßen, während sich sechs im Rudel lebende Wölfe und sechs im Rudel lebende Hunde nicht mit einem Betreuer synchronisierten (Duranton et al., 2022; Heurlin et al., 2024).

  • Familienhunde synchronisierten sich mit Kindern über dem Zufallsniveau, aber weniger als für Erwachsene berichtet (Wanser et al., 2021).

  • Kovariation von Cortisol und Herzschlag ist eine eigene, schwächere Kategorie: korrelativ, nicht in allen Rassegruppen gefunden und kein Beleg für emotionale Spiegelung (Höglin et al., 2021; Bargigli et al., 2026).

  • Ansteckendes Gähnen gibt es bei Hunden, aber eine Neuauswertung von sechs Studien fand keine Bevorzugung vertrauter Personen, die für eine Verbindung zur Empathie spräche (Neilands et al., 2020).

  • Die Empfindlichkeit hinter der Synchronie macht auch unbeabsichtigte Hinweise möglich; die Reaktion eines Hundes auf menschliche Bewegung ist deshalb Teil der Kommunikation, ob beabsichtigt oder nicht (Lit et al., 2011).

Quellen

Bargigli, G., Frassineti, L., Baragli, P., Scopa, C., Vignoli, A., & Lanata, A. (2026). Evidence of physiological comodulation during human–animal interaction: A systematic review. Annals of the New York Academy of Sciences, 1560(1), e70299. https://doi.org/10.1111/nyas.70299

Buttner, A. P., & Strasser, R. (2014). Contagious yawning, social cognition, and arousal: An investigation of the processes underlying shelter dogs' responses to human yawns. Animal Cognition, 17(1), 95–104. https://doi.org/10.1007/s10071-013-0641-z

Duranton, C. (2020). Local synchrony as a tool to estimate affiliation in dogs. Journal of Veterinary Behavior, 36, 48–53. https://doi.org/10.1016/j.jveb.2019.10.007

Duranton, C., Bedossa, T., & Gaunet, F. (2016). When facing an unfamiliar person, pet dogs present social referencing based on their owners' direction of movement alone. Animal Behaviour, 113, 147–156. https://doi.org/10.1016/j.anbehav.2016.01.004

Duranton, C., Bedossa, T., & Gaunet, F. (2017). Interspecific behavioural synchronization: Dogs exhibit locomotor synchrony with humans. Scientific Reports, 7, 12384. https://doi.org/10.1038/s41598-017-12577-z

Duranton, C., Bedossa, T., & Gaunet, F. (2018). Pet dogs synchronize their walking pace with that of their owners in open outdoor areas. Animal Cognition, 21(2), 219–226. https://doi.org/10.1007/s10071-017-1155-x

Duranton, C., Bedossa, T., & Gaunet, F. (2019a). Pet dogs exhibit social preference for people who synchronize with them: What does it tell us about the evolution of behavioral synchronization? Animal Cognition, 22(2), 243–250. https://doi.org/10.1007/s10071-019-01241-w

Duranton, C., Bedossa, T., & Gaunet, F. (2019b). When walking in an outside area, shelter dogs (Canis familiaris) synchronize activity with their caregivers but do not remain as close to them as do pet dogs. Journal of Comparative Psychology, 133(3), 397–405. https://doi.org/10.1037/com0000171

Duranton, C., Courby-Betremieux, C., & Gaunet, F. (2022). One- and two-month-old dog puppies exhibit behavioural synchronization with humans independently of familiarity. Animals, 12(23), 3356. https://doi.org/10.3390/ani12233356

Duranton, C., & Gaunet, F. (2016). Behavioural synchronization from an ethological perspective: Overview of its adaptive value. Adaptive Behavior, 24(3), 181–191. https://doi.org/10.1177/1059712316644966

Duranton, C., & Gaunet, F. (2018). Behavioral synchronization and affiliation: Dogs exhibit human-like skills. Learning & Behavior, 46(4), 364–373. https://doi.org/10.3758/s13420-018-0323-4

Heurlin, J., Barabás, G., & Roth, L. S. V. (2024). Behavioural synchronisation between different groups of dogs and wolves and their owners/handlers: Exploring the effect of breed and human interaction. PLOS ONE, 19(5), e0302833. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0302833

Höglin, A., Van Poucke, E., Katajamaa, R., Jensen, P., Theodorsson, E., & Roth, L. S. V. (2021). Long-term stress in dogs is related to the human–dog relationship and personality traits. Scientific Reports, 11, 8612. https://doi.org/10.1038/s41598-021-88201-y

Joly-Mascheroni, R. M., Senju, A., & Shepherd, A. J. (2008). Dogs catch human yawns. Biology Letters, 4(5), 446–448. https://doi.org/10.1098/rsbl.2008.0333

Katayama, M., Kubo, T., Yamakawa, T., Fujiwara, K., Nomoto, K., Ikeda, K., Mogi, K., Nagasawa, M., & Kikusui, T. (2019). Emotional contagion from humans to dogs is facilitated by duration of ownership. Frontiers in Psychology, 10, 1678. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.01678

Koskela, A., Törnqvist, H., Somppi, S., Tiira, K., Kykyri, V.-L., Hänninen, L., Kujala, J., Nagasawa, M., Kikusui, T., & Kujala, M. V. (2024). Behavioral and emotional co-modulation during dog–owner interaction measured by heart rate variability and activity. Scientific Reports, 14, 25201. https://doi.org/10.1038/s41598-024-76831-x

Koyasu, H., Goto, R., Takagi, S., Nagasawa, M., Nakano, T., & Kikusui, T. (2022). Mutual synchronization of eyeblinks between dogs/cats and humans. Current Zoology, 68(2), 229–232. https://doi.org/10.1093/cz/zoab045

Lamontagne, A., Legou, T., Brunel, M., Bedossa, T., & Gaunet, F. (2025). Familiar dog or familiar person: Who do pet dogs best synchronize with? Animals, 15(4), 505. https://doi.org/10.3390/ani15040505

Lamontagne, A., Legou, T., Rauchbauer, B., Grosbras, M.-H., Fabre, F., & Gaunet, F. (2023). Behavioural synchronization and social referencing of dogs and humans: Walking in dyad vs in group. Animal Cognition, 26(3), 1021–1034. https://doi.org/10.1007/s10071-023-01750-9

Leighton, S. C., Rodriguez, K. E., Jensen, C. L., MacLean, E. L., Baus, J. J., Ashbeck, E. L., Brown, E. A., Mehl, M. R., Taylor, D. J., van Marle, K., Schwichtenberg, A. J., Bedrick, E. J., & O'Haire, M. E. (2025). Sleep–wake dynamics in veteran–service dog dyads: An exploration of overnight concordance. Sleep, 48(11), zsaf177. https://doi.org/10.1093/sleep/zsaf177

Lit, L., Schweitzer, J. B., & Oberbauer, A. M. (2011). Handler beliefs affect scent detection dog outcomes. Animal Cognition, 14(3), 387–394. https://doi.org/10.1007/s10071-010-0373-2

Neilands, P., Claessens, S., Ren, I., Hassall, R., Bastos, A. P. M., & Taylor, A. H. (2020). Contagious yawning is not a signal of empathy: No evidence of familiarity, gender or prosociality biases in dogs. Proceedings of the Royal Society B, 287(1920), 20192236. https://doi.org/10.1098/rspb.2019.2236

Range, F., Huber, L., & Heyes, C. (2011). Automatic imitation in dogs. Proceedings of the Royal Society B, 278(1703), 211–217. https://doi.org/10.1098/rspb.2010.1142

Romero, T., Konno, A., & Hasegawa, T. (2013). Familiarity bias and physiological responses in contagious yawning by dogs support link to empathy. PLOS ONE, 8(8), e71365. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0071365

Schmidjell, T., Range, F., Huber, L., & Virányi, Z. (2012). Do owners have a Clever Hans effect on dogs? Results of a pointing study. Frontiers in Psychology, 3, 558. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2012.00558

Sundman, A.-S., Van Poucke, E., Svensson Holm, A.-C., Faresjö, Å., Theodorsson, E., Jensen, P., & Roth, L. S. V. (2019). Long-term stress levels are synchronized in dogs and their owners. Scientific Reports, 9, 7391. https://doi.org/10.1038/s41598-019-43851-x

Wanser, S. H., MacDonald, M., & Udell, M. A. R. (2021). Dog–human behavioral synchronization: Family dogs synchronize their behavior with child family members. Animal Cognition, 24(4), 747–752. https://doi.org/10.1007/s10071-020-01454-4

Zum Weiterlesen

Fachbücher aus dem unterHUNDs Verlag

Alle Lernangebote