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Alles rund um den Hund
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Kontrollierbarkeit und Vorhersehbarkeit beim Hund: Warum dieselbe Belastung unterschiedlich wirkt
Nicht die Reizstärke entscheidet über die Belastung, sondern ob ein Hund den Verlauf beeinflussen und vorhersehen kann — und ob er die Möglichkeit nutzt, ist zweitrangig. 2016 haben die Urheber der Hilflosigkeitstheorie ihr eigenes Modell umgekehrt: Passivität wird nicht gelernt, sie ist die voreingestellte Antwort auf anhaltende Belastung. Gelernt wird Kontrolle (Maier & Seligman, 2016).

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Episodisches Gedächtnis beim Hund: Was Hunde behalten, ohne es sich vorzunehmen
17 Hunde wurden darauf trainiert, sich nach jeder vorgeführten Handlung hinzulegen — die Handlung verlor damit ihre Bedeutung für die Aufgabe. Beim überraschenden Nachahmungssignal konnten sie sie dennoch reproduzieren (Fugazza et al., 2016). Damit war die entscheidende Bedingung erfüllt: Die Anordnung reduzierte den Anlass zum gezielten Einprägen — behalten wurde die Handlung trotzdem. Die Erinnerung nahm mit dem Zeitabstand allerdings schnell ab.

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Lateralität beim Hund: Was die Seitigkeit von Rute, Blick und Nase verrät
Gegenüber dem eigenen Halter wedelten 30 Hunde stärker nach rechts, gegenüber einem fremden dominanten Hund nach links (Quaranta et al., 2007). Der stärkere Befund kam später: Beim Betrachten linksbetont wedelnder Artgenossen zeigten Hunde höhere Herzaktivität und mehr Unruhezeichen (Siniscalchi et al., 2013). Die Asymmetrie wird also wahrgenommen — im Alltag ist sie ohne Zeitlupe allerdings kaum erkennbar.

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Cognitive Bias beim Hund: Stimmung messbar machen — und die Grenzen des Verfahrens
Der Cognitive-Bias-Test misst nicht den Zustand eines Hundes, sondern wie er unter Unsicherheit entscheidet — und ist damit schwerer durch unterdrücktes Verhalten zu verfälschen als eine Beobachtung. Die umfassendste Metaanalyse bestätigt den Effekt über Arten hinweg, beziffert ihn aber als klein und stark heterogen (Lagisz et al., 2020). Ein selten zitierter Negativbefund zeigt zudem, wo die Nachweisgrenze liegt.

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Fallout von Strafe beim Hund: Nebenwirkungen aversiver Einwirkung
Strafe unterdrückt Verhalten oft zuverlässig — die interessante Frage ist, was sie zusätzlich tut. Hunde, die zuvor Stromreize erhalten hatten, ließen sich von Kontrollhunden auch in reizfreien Einheiten und beim Spaziergang unterscheiden (Schilder & van der Borg, 2004). Konfrontative Methoden gingen bei einem erheblichen Anteil mit aggressiven Reaktionen einher (Herron et al., 2009). Besseres Timing verbessert die Hauptwirkung, nicht den Fallout.

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Aversive Methoden beim Hund: Wirksamkeit, Studienlage und offene Kritik
Aversive Verfahren wirken — was nicht heißt, dass sie für jedes Ziel geeignet oder überlegen sind. In der aussagekräftigsten Untersuchung war belohnungsbasiertes Training bei 63 Hunden mit Rückrufproblemen wirksamer (China et al., 2020). Zu dieser Arbeit erschien ein Fachkommentar mit ernstzunehmender Methodenkritik. Unberührt bleibt der Vergleich zwischen zwei Gruppen mit denselben Trainern — einmal mit, einmal ohne Gerät.

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Selbstkontrolle beim Hund: Frontalcortex, Messverfahren und ein gekipptes Modell
Selbstkontrolle bündelt drei getrennt messbare Fähigkeiten, die beim Hund nicht durchgängig zusammenhängen. Das verbreitete Bild einer Ressource, die sich verbraucht, wurde beim Hund 2010 und 2012 gestützt — seine Grundlage ist inzwischen zusammengebrochen: Eine vorregistrierte Replikation an 23 Laboren fand einen Effekt nahe null (Hagger et al., 2016). Tragfähiger ist die erregungsabhängige Zustandsgrenze.

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Telomere beim Hund: Zellalterung, Stress und Lebenserwartung
Telomerlänge sagt beim Hund die rassetypische Lebenserwartung erstaunlich gut vorher (Fick et al., 2012) — ob psychische Belastung sie beeinflusst, ist dagegen nie untersucht worden. Die einzige Arbeit, die Verhalten einbezog, fand einen einzigen informativen Prädiktor: einen Faktor namens „Trainability“, der Blickkontaktlatenz und Reaktionsgeschwindigkeit erfasst, nicht Trainierbarkeit im Ausbildungssinn (Weixlbraun et al., 2025).

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Testosteron und Aggression beim Hund: Was die Kastration leistet — und was nicht
Testosteron löst kein Verhalten aus, sondern verschiebt Schwellen. Die umfangreichste Untersuchung fand bei über 13.000 Hunden keinen Zusammenhang zwischen Kastration und Aggression gegenüber Vertrauten oder Artgenossen — gegenüber Fremden dagegen ein leicht erhöhtes Risiko, getragen allein von Hunden mit Kastration zwischen dem 7. und 12. Monat (Farhoody et al., 2018).

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Kognitive Dysfunktion beim Hund: Warum die Diagnose so selten gestellt wird
In einer Stichprobe älterer Familienhunde lag die geschätzte Prävalenz kognitiver Dysfunktion bei 14,2 Prozent — tierärztlich diagnostiziert waren 1,9 Prozent (Salvin et al., 2010). Der Grund ist kein medizinischer: Schleichender Beginn und die Erwartung „er wird eben alt“ beenden die Suche. Vor der Einordnung gehören Schmerz und nachlassende Sinnesleistungen ausgeschlossen — beide erklären dieselben Zeichen und sind behandelbar.

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Darm-Hirn-Achse beim Hund: Was belegt ist und was verkauft wird
Die Darm-Hirn-Achse ist real, die Belege für eine Verhaltenswirkung stammen aber überwiegend aus der Nagerforschung. Die bekannteste Hundearbeit verglich 21 aggressive mit 10 nicht aggressiven Hunden aus einer beschlagnahmten Hundekampf-Organisation (Kirchoff et al., 2019) — beide Gruppen dürften sich in mehr unterschieden haben als im Verhalten. Sämtliche Hundebefunde sind korrelativ.

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Schmerz und Aggression beim Hund: Die am häufigsten übersehene Ursache
Schmerz verändert Verhalten über drei Wege: Er senkt die Reaktionsschwelle, erzeugt gelernte Vermeidung bei Berührung und beeinträchtigt Erholung. In einer klinischen Fallserie war in neun von zwölf Fällen der Bewegungsapparat die Hauptquelle (Camps et al., 2012). Der brauchbarste Einzelhinweis ist ein wechselhaftes Wesen — von Haltern häufig als „Jekyll und Hyde“ beschrieben (Barcelos et al., 2015).

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Annäherung-Vermeidung-Konflikt beim Hund: Wenn zwei Systeme gleichzeitig laufen
Der Annäherung-Vermeidung-Konflikt ist keine Unentschlossenheit, sondern die gleichzeitige Aktivierung zweier Motivationssysteme. Das Gradientenmodell erklärt das beobachtete Pendeln, stammt aber aus der Nagerforschung. Eine Untersuchung an 53 Hunden fand zudem, dass einige häufig als Beschwichtigungssignale gedeutete Verhaltensweisen nicht an den Konfliktkontext gebunden waren (Pedretti et al., 2023).

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Temperament beim Hund: Persönlichkeit, Verhalten und Stabilität
Persönlichkeit ist beim Hund über die Zeit moderat konsistent — r = 0,43 über 31 Untersuchungen, also rund 18 Prozent geteilte Varianz (Fratkin et al., 2013). Bemerkenswerter ist ein Nebenbefund: Bei identischem Testverfahren lag die Konsistenz bei 0,49, bei einem anderen Verfahren nur bei 0,27. Ein erheblicher Teil der scheinbaren Stabilität kann damit auf das Messverfahren zurückgehen.

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Bindungsstile beim Hund: Was der Strange-Situation-Test zeigt — und was nicht
Drei der vier Bindungskriterien sind beim Hund gut belegt — strittig ist das vierte, die Nutzung des Menschen als sichere Basis für Erkundung. Ein Kontrollversuch zeigte, dass dieser Effekt mit der Reihenfolge der Testepisoden verwechselt ist: Auch eine fremde Person an der Position der vertrauten erzeugte mehr Exploration (Rehn et al., 2013). Unberührt bleibt, dass Hunde verlässlich mehr Kontakt zur vertrauten Person aufnehmen.

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Neurochemie beim Hund: Was gemessen wird, was erschlossen ist und wo die Grenze liegt
Direkt gemessen werden beim Hund periphere Hormonwerte und das BOLD-Signal der Bildgebung — zentrale Neurotransmitterspiegel gehören nicht dazu. Alles zu Rezeptordynamik und molekularen Kaskaden ist aus anderen Arten übertragen. Wie heterogen die Hundedaten sind, zeigt die Bildgebung selbst: Von dreizehn Hunden zeigten acht eine positive Caudatus-Antwort auf ein Belohnungssignal, fünf nicht (Berns et al., 2013).

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Chronischer Stress beim Hund: Cortisol verstehen und richtig messen
Cortisol misst die Aktivität eines Systems, nicht das Befinden eines Hundes. Als Beagles von großzügiger Gruppenhaltung auf enge Einzelzwinger umgestellt wurden, sanken die Katecholaminwerte im Urin dauerhaft, während das Verhalten klare Belastung zeigte (Beerda et al., 1999). Chronische, unkontrollierbare Belastung kann zu veränderter Regulation bis hin zur Herunterregulierung führen — weshalb niedrige Werte Entspannung oder ihr Gegenteil bedeuten können.

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Erlerntes Verhalten vs. Emotion beim Hund: Warum Verhalten den inneren Zustand nicht verrät
Verhalten ist messbar, der innere Zustand nicht — Emotionen sind in der Verhaltensforschung hypothetische Konstrukte, die aus mehreren indirekten Belegen erschlossen werden (Mills, 2017). In jeder Trainingssituation laufen zwei Lernprozesse zugleich: Der Hund lernt, was zu tun ist, und was die Situation bedeutet. Deshalb sagt ein Verhaltensrepertoire nichts über das Befinden aus, und die Abnahme eines Problemverhaltens ist der am häufigsten fehlgedeutete Befund der Praxis.

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Trennungsangst beim Hund: Panik-System, Bindungsphysiologie und die Zerlegung eines Sammelbegriffs
„Trennungsangst“ ist ein Syndrom, keine Diagnose – hinter denselben Zeichen können Furcht, Frustration oder Bindungspanik stehen. Eine Untersuchung an 762 Hunden zerlegte das Problem theoriefrei in sieben Komponenten und vier Formen: Ausgangsfrustration, umgerichtet-reaktiv, reaktiv-gehemmt und langeweilebezogen (de Assis et al., 2020). Drei der sieben Komponenten betreffen Frustration und erklären 24 Prozent der Varianz – deutlich mehr als die Bindungspanik.

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Furchtkonditionierung und Rekonsolidierung beim Hund: Wie Furchtgedächtnis entsteht und warum es zurückkommt
Extinktion löscht Furcht nicht, sondern baut ein konkurrierendes hemmendes Gedächtnis auf – deshalb kehrt sie mit der Zeit, in neuen Kontexten oder nach einem einzigen Vorfall zurück. Die Rekonsolidierungsforschung schien einen Ausweg zu bieten (Nader et al., 2000), doch eine registrierte Replikation fand keine anhaltende Abschwächung (Chalkia et al., 2020a). Für den Hund existiert zu all dem keine direkte Forschung. Desensibilisierung und Gegenkonditionierung bleiben der Sta

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